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Katholisches Pfarramt
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Fragen und Antworten zur Ökumene von PD Dr. Joachim Negel

1. Welche christlichen Konfessionen gehören eigentlich zur Ökumene?
Der Begriff „Ökumene“ kommt vom griechischen Wort „oikuméne“: „der bewohnte Erdkreis“. Insofern wird man zunächst einmal sagen dürfen, daß zur Ökumene alle Christen gehören, die auf den Namen des Dreifaltigen Gottes getauft sind. Näherhin spricht man von der „großkirchlichen“ Ökumene, und zu der gehören alle Kirchen der lateinischen und griechischen Christenheit, also die Römisch-Katholische Kirche, die Kirchen der Reformation (samt den sog. Freikirchen) und die Kirchen der Orthodoxie. Hingegen Gruppierungen wie die Neuapostolische Kirche, die Zeugen Jehovas oder die Mormonen zählt man in diesem Sinne nicht zur christlichen Ökumene.

2. Wenn ich mit einem Muslim bete, ist das auch Ökumene?
Nein – in einem unspezifischen Sinne vielleicht aber auch Ja.

Nein, insofern der Begriff „Ökumene“ von seiner Geschichte her die Liebes- und Glaubensgemeinschaft unter Christen meint. In einem unspezifischen Sinn wird seit einigen Jahren aber auch von der sog. „Abrahamitischen Ökumene“ gesprochen, insofern Juden, Christen und Muslime an den einen Gott Abrahams glauben. Allerdings ist das christliche Glaubensbekenntnis in besonderer Weise an Jesus als den Christus rückgebunden; in Christus wird uns Gott als dreifaltige Liebesgemeinschaft offenbar. Christen beten immer zu Gott, dem Vater, durch Christus, den Sohn, im Heiligen Geist als der person-gewordenen Liebe von Vater und Sohn. Ein Muslim täte sich sicher außerordentlich schwer, ein solches Gebet mit zu vollziehen.

3. Ich folge einer Einladung zum evangelischen Abendmahl. Ist das verboten?
Kirchenrechtlich muß man antworten: Ja! Der Grund hierfür liegt darin, daß nach katholischem Verständnis die Eucharistie nicht nur „Quelle und Ursprung“, sondern auch auferbauendes Prinzip der Kirche ist. Der Kirchenvater Augustinus bringt dies sehr schön zum Ausdruck, wenn er zu den Gläubigen sagt: „Empfangt, was ihr seht, damit ihr werdet, was ihr seid: Leib Christi!“ Man sieht hieran: Kirche ist zutiefst sakramental strukturiert. Die evangelische Tradition kennt ein solches sakramentales Selbstverständnis nicht. Insofern wird man aus katholischer und orthodoxer Sicht nüchtern sagen müssen, daß im evangelischen Abendmahlsverständnis das altkirchliche Sakramentenverständnis nicht wirklich bewahrt ist. Wenn evangelische Pastoren sich leicht tun, allgemeine Einladungen zum Abendmahl auszusprechen, so liegt das nicht vor allem an ihrer erfreulichen Liberalität, sondern daran, daß sie der Eucharistie nicht in der gleichen Weise kirchenkonstituierende Funktion zuerkennen, wie die katholischen und die orthodoxen Kirchen dies tun. Insofern sollte man sich als katholischer Christ wohl eher zurückhaltend gegenüber solchen (sicherlich zwar ernst gemeinten, aus katholischer und orthodoxer Sicht aber theologisch fragwürdigen) Einladungen verhalten.

4. Darf die evangelische Ehefrau, der evangelische Ehemann mit zur Kommunion gehen? Oder müßte ich das gar verhindern?
Hier ist im Grunde ähnlich zu antworten wie schon auf die vorangegangene Frage: Die sakramentale Teilhabe an Christus in der Eucharistie bewirkt die Teilhabe am Leib Christi als der Kirche. Wenn man es im Sinne der Kirchenväter formulieren wollte, so müßte man drastisch sagen: Teilhabe an der Eucharistie einer bestimmten Kirche („communio in sacris“ nannte man das früher) ist gleichbedeutend mit der Konversion zu dieser Kirche. Anders formuliert: Wer an der katholischen Eucharistie echten Herzens teilnimmt, d.h. gemeinsam mit allen Gläubigen, dem jeweiligen Ortsbischof und dem Papst das große „Amen“ spricht und dabei den Leib Christi empfängt, ist katholisch, ob er sich dessen bewußt ist oder nicht. Insofern müßte man der evangelischen Ehefrau, dem evangelischen Ehemann eigentlich folgendes sagen: „Du bist herzlich eingeladen, einzutreten in den Kreis der ‚Communicantes‘, nur wisse, was du tust. Du erhältst Anteil an der innersten Herzmitte der katholischen Kirche, und das kann man nur, wenn man den katholischen Glauben auch in seiner konkreten kirchlichen Gestalt teilt.“

Das mag nun für manchen eine unbefriedigende Antwort sein: Man will doch gerne in der Eucharistiefeier kommunizieren, aber zugleich evangelisch bleiben. Deshalb folgende weitere Überlegung: Vielleicht wird man sagen dürfen, daß der evangelische Ehepartner in einer gewissen Weise schon sakramentalen Anteil an der katholischen Kirche hat, wenn und insofern er die Ehe, die ihn mit seiner Frau (oder sie mit ihrem Mann) verbindet, als eine sakramentale Größe bejaht. (Vgl. Eph 5,25-32) Kann man aber Teil an dem einen gemeinsamen Sakrament der Ehe haben, also in Christus sakramental miteinander verbunden sein, an dem anderen Sakrament der Eucharistie aber nicht? Die Fragen sind und bleiben schwierig, und werden deshalb auf höchster Ebene immer wieder neu debattiert. Es könnte sein, daß eine Lösung in dieser Frage nicht mehr fern ist.

5. Soll ich mich als katholischer Gast im evangelischen Gottesdienst bewusst bekreuzigen oder niederknien?
Hiervon würde ich eher abraten. Wer Gast in einer fremden Kirche ist, hat sich deren liturgischen Regeln anzubequemen. (Das gilt übrigens umgekehrt genauso: Es irritiert mich immer, wenn bspw. bei einem katholischen Brautamt der evangelische Teil der Verwandtschaft, der hieran teilnimmt, bei der Wandlung, statt zu knien, stehenbleibt. So etwas sprengt die Gebetsgemeinschaft.) Zu erwähnen sei aber auch, daß man evangelischerseits den Sinn von Zeichen und Riten langsam wiederentdeckt. Zumindest das Kreuzzeichen wird in manchen evangelischen Gemeinden durchaus wieder praktiziert.

6. Entbindet die Teilnahme an einem ökumenischen Gottesdienst von der Sonntagspflicht?
Aus einer leidenschaftlich ökumenischen Perspektive wird man sagen: „Leider nein!“ Vielleicht könnte man aber auch sagen: „Gottseidank!“ Denn christliche Identität geht immer einher mit einer konfessionellen Beheimatung. In Zeiten wie den unsrigen, in welchen eine solche Beheimatung mehr denn je erodiert, ist die Erinnerung an die grundsätzliche Sonntagspflicht womöglich ein heilsames Mittel gegen die allseits um sich greifende konfessionelle Amnesie.

7. Darf ich in orthodoxen Gottesdiensten zur Kommunion gehen?
Aus katholischer Sicht wäre das zwar grundsätzlich möglich (bekanntlich teilen die Orthodoxen Kirchen dasselbe Kirchen- und Sakramentenverständnis wie die katholische Kirche); ich rate hier aber doch zu höchster Diskretion. Nur wenn der orthodoxe Priester expressis verbis einlädt, würde ich zur Kommunionbank bzw. vor die Ikonostase treten. Etwas anderes ist es natürlich mit den sog. Unierten Kirchen (Maroniten, Melkiten, Katholischen Armeniern etc.) Freilich gelten auch hier Regeln. So sollte man sich bspw. erkundigen, ob diese Kirchen das Nüchternheitsgebot zur Voraussetzung für den Kommunionempfang machen. Wenn dem so ist, muß man sich natürlich diesem Gebot unterwerfen. Auch hier gilt: Der Gastgeber bestimmt die Regeln.

8. Die Protestanten feiern demnächst 500 Jahre Reformation. Gibt es für Katholiken etwas mitzufeiern?
Eine schwer zu beantwortende Frage. Denn als erstes gilt: Was eigentlich gibt es an der Tatsache zu feiern, daß die lateinische Christenheit seit 500 Jahren gespalten ist?! Das Reformationsjubiläum ist ja immer auch Spaltungsjubiläum, man darf sich da nichts vormachen. Deswegen sollten sich alle Beteiligten, Protestanten wie Katholiken, zunächst einmal an die eigene Brust klopfen und fragen: „Wie konnte es bloß dazu kommen, daß wir die Einheit der Liebe Christi nicht zu wahren vermochten?!“ Sollten aus einem solchen Reuegeschehen Impulse zu einer größeren Einheit der Christen erwachsen (d.h. sollte das Reformationsjubiläum zu einer glühenderen Liebe zu Christus in unserem Land führen) – dann allerdings wäre dies etwas, was für alle Beteiligten von höchster Relevanz ist.


Die Fragen und Antworten sind dem Interview „Zu Gast in einer anderen Kirche“ aus dem Bonifatiusboten, Nr. 29 (21.07.2013) IV, entnommen, das Bernhard Perrefort mit PD Dr. Joachim Negel vom Katholischen Seminar Marburg über das teilweise schwierige Miteinander in der Ökumene führte.

PD Dr. Joachim Negel war Dozent für Religionsphilosophie und Fundamentaltheologie am Kath.-Theol.Seminar an der Philipps-Universität Marburg und Ökumenereferent der Diözese Fulda.

Er lehrt mittlerweile als Professor für Fundamentaltheologie an der Theologischen Fakultät Fribourg in der Schweiz.

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