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Katholisches Pfarramt
St. Peter und Paul
Biegenstraße 18
35037 Marburg

Tel.: 06421 / 169570
Fax: 06421 / 1695720


Öffnungszeiten des Pfarrbüros
Mo. - Fr. 10.00 - 12.00 Uhr Mo. 14.00 Uhr - 16.00 Uhr



Während der Sommerferien ist das Pfarrbüro vom 15. – 26. Juli dienstags, donnerstags und freitags von 10.00 – 12.00 Uhr geöffnet.

In der Woche vom 29.07. – 02.08. bleibt das Pfarrbüro geschlossen!


Blickpunkt

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe des "Blickpunkt", des Mitteilungsblattes unserer Gemeinde.


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Veranstaltungskalender

Wort unseres Bischofs

Die Mitte suchen

Von Bischof Heinz Josef Algermissen


Das Wort „Mitte“ ist ein wichtiges Wort unserer Heilsgeschichte mit Gott. Vom Alten Testament bis zur Geheimen Offenbarung, von den ersten bis zu den letzten Seiten der Bibel kommt es vor, in der Einheitsübersetzung 181mal.

„Groß ist in eurer Mitte der Heilige Israels“ (Jes 12, 6).
„Ist der Herr in unserer Mitte oder nicht?“, fragen die Israeliten bei ihrem Zug durch die Wüste (Ex 17, 7).
Im Neuen Testament begegnet es uns z. B. bei der Heilung des Menschen mit der verdorrten Hand: „Komm, stell dich in die Mitte!“ (Mk 3, 2).

Oder ganz anders: Im Johannes-Evangelium ziehen die Schriftgelehrten die Ehebrecherin in die Mitte, um sie zu steinigen (Joh 8, 3). Als sie nach dem Weggang derer, von denen keiner den ersten Stein werfen wollte, allein dasteht, heißt es sehr tiefgründig: „Jesus blieb allein zurück mit der Frau, die noch in der Mitte stand“ (Joh 8, 9). Jetzt steht sie nämlich erst richtig in der Mitte – bei Jesus, der ihr trotz ihrer Sünde Barmherzigkeit und einen Neuanfang schenkt.


Liebe Mitbrüder, was kann ich Ihnen auf dem Weg in die Zukunft mitgeben, das mich selbst berührt und auf meinem priesterlichen Weg bestimmt hat? Das ist eine mich heute tief bewegende Frage.
Jesus Christus muss unbedingt und jedenfalls die Mitte unseres priesterlichen Lebens sein. „In persona Christi capitis“ handeln können wir glaubwürdig nur, wenn wir aus der Mitte der Begegnung mit Christus leben und bereit sind, mit ihm in der Mitte der Menschen zu wohnen, in ihrer Mitte zu leben und zu wirken, um sie in ihren Herzen zu berühren, wie es nach der Pfingstpredigt des Petrus heißt: „Als sie das hörten, traf es sie mitten ins Herz“ (Apg 2, 37). Wer sich auf diese Mitte einlässt, verliert alle taube Mittelmäßigkeit. Nichts ist schlimmer in der Kirche als laue, graue und kraftlose Mittelmäßigkeit! Das gilt besonders für die Amtsträger.


Liebe Mitbrüder! Die Lesung aus dem Epheserbrief macht deutlich, dass die Mitte unseres Glaubens nicht ein schmaler Minimalismus ist, kein kleinster gemeinsamer Nenner, den irgendwie die meisten noch mitmachen können, sondern eine Fülle, die es immer neu zu ermessen gilt: „Durch den Glauben wohne Christus in euren Herzen“, d. h. in Eurer Wesensmitte.
„In der Liebe verwurzelt und auf sie gegründet, sollt ihr zusammen mit allen Heiligen dazu fähig sein, die Länge und Breite, die Höhe und Tiefe zu ermessen und die Liebe Christi zu verstehen, die alle Erkenntnis übersteigt. So werdet ihr mehr und mehr von der ganzen Fülle Gottes erfüllt“ (Eph 3, 17 ff).
Ein ganz und gar wesentlicher Satz aus der Lesung, der uns auch deutlich macht, dass die Konsequenz der Liebe Christi jenseits aller menschlichen Erkenntnis ist.
Also kein Ende des Suchens! In dieses andauernde Abenteuer vom Suchen nach der Mitte in Jesus Christus und nach der Begegnung mit den Menschen ist der Priester in besonderer Weise hineingestellt.
Vor allem bei der Feier der Hl. Eucharistie versammelt er die Menschen zur Mitte hin und lässt Christus in das Innerste des Menschen gelangen. So innerlich wie kein Mensch einem anderen innerlich nahe sein kann, sagt Augustinus.
In der Feier der Versöhnung, dem Bußsakrament, trägt der Priester dazu bei, dass Menschen wieder ihre Mitte finden, vor Gott und mit sich selbst ins Reine kommen.
In der Krankensalbung holt er den Kranken in die Mitte, um ihm Aufrichtung zu schenken, wenn er von Gott in schwerer Krankheit tröstend berührt wird.
Und wenn dem Priester heute mehr als früher der Dienst der Einheit in der Vielfalt kirchlicher Dienste obliegt, dann ist es umso wichtiger, dass er selbst aus der Mitte lebt und zur Mitte führt. Ohne das Zentrum im Haupt des Leibes, der die Kirche ist, zu finden, sind unsere Gemeinden in Gefahr zu Konventikeln zu werden.


Liebe Mitbrüder, da ist uns der Apostel der Deutschen, unser Glaubensvater und Bistumspatron, der hl. Bonifatius, Beispiel und Wegweiser:
Dreimal ist er Anfang des 8. Jahrhunderts nach Rom gereist. Er lebte in enger Verbindung mit den Päpsten Gregor II. und Gregor III., hatte mit ihnen einen regen Briefwechsel. Bonifatius band sich an die Institution des Papsttums, auch wenn es im 8. Jahrhundert wirklich kein Kinderspiel war, über die Alpen und durch unsicheres Land zu gehen.
Wer sich solchem Weg aussetzt, wird zum Zeugen für den Nachfolger Petri. Die innere Verbindung mit ihm stärkt unsere Kirche und garantiert die Einheit. Sie hilft uns, in der Mitte zu bleiben und, dass wir uns nicht im Zeitgeist auflösen.


Nichts anderes will auch Jesus mit seiner Einladung und Berufung der Jünger zeigen. Die erste Begegnung mit seinen künftigen Aposteln ist der Beginn eines großen Abenteuers, wie Papst Johannes Paul II. einmal gesagt hat.
„Was sucht ihr?“, „Wo wohnst du?“, „Kommt und seht!“ Und sie gingen mit ihm und sahen, wo er wohnte, und blieben jenen Tag bei ihm.


Was sahen sie?
Sicher nicht ein prachtvoll eingerichtetes Haus oder eine Wohlfühlatmosphäre. Sie sahen vielmehr, dass er unter den Menschen wohnte: „Die Füchse haben Höhlen und die Vögel des Himmels Nester, der Menschensohn aber hat nichts, wo er den Kopf hinbetten könnte.“ (Lk 9, 58). Seine Speise ist es, den Willen des Vaters zu tun (vgl. Joh 4, 34). Doch die Jünger ließen sich innerlich berühren und mitziehen, so dass sie bei ihm blieben.
Der Funke springt über auf Simon, Andreas führte ihn zu Jesus. Und dann auch auf Philippus und Nathanael. „Komm und sieh!“, mit den Worten Jesu lädt Philippus den Skeptiker ein. „Wir haben ihn gefunden; er wohnt mitten unter uns!“
Nathanael kann es nicht glauben. Jesus erinnert ihn an die uralte Geschichte vom Traum Jakobs von der Himmelsleiter: „Amen, amen, ich sage euch: Ihr werdet den Himmel geöffnet und die Engel Gottes auf- und niedersteigen sehen über dem Menschensohn.“ (Joh 1, 51).


Was für den flüchtenden Jakob damals Verheißung war, ist für uns Priester heute die rettende Zusage: „Mitten auf dem Stein eures Alltags, in der Härte gerade der oft bedrückenden Erfahrungen und ermüdenden Enttäuschungen, sollt ihr wissen: Ich bleibe in eurer Mitte, vielleicht nicht in großer Macht und Herrlichkeit, sondern eher in der verborgenen Kraft des Geistes, die auch heute Menschen im Herzen erfasst und die Kraft zum Zeugnis schenkt.“


Die Zahlen sind kleiner geworden und werden es in Zukunft noch deutlicher. Die Belastung ist mitunter – wie die letzten Jahre zeigten – schier unerträglich. Das deutliche Weniger-Werden gilt auch hinsichtlich von äußerer Macht und Einfluss. Sie schwinden und wir werden zur Demut erzogen. Aber die Kraft überzeugter und überzeugender Menschen bleibt und ist nach wie vor von vielen ersehnt und gesucht.
„Ich will in eurer Mitte wohnen“ heißt dann nicht so sehr: „Ich verspreche euch Macht und Einfluss“, sondern vielmehr „Wenn ich in eurer Mitte wohne, kann ich euch zur geistlichen Schwung-Kraft machen für eine Welt und Gesellschaft, die ihren inneren Schwung verloren hat und von einer Krise in die nächste springt, die sich an zweifelhaften Ästen festhält, wie etwa Macht, Konsum und Wachstumsgläubigkeit.“


Das für mich immer noch gültige und zukunftsweisende Apostolische Schreiben „Evangelii Nuntiandi“ von Papst Paul VI. zeigt uns bereits im Jahr 1975 notwendige Schritte zur Evangelisierung. Es sind dies das Zeugnis des Lebens und des Wortes, die Zustimmung des Herzens, das seine Mitte gefunden hat, und die Feier der Sakramente.
Danke, liebe Mitbrüder, für Ihre Bereitschaft, Jesus Christus zu suchen und ihn in Ihrer Mitte wohnen zu lassen sowie Menschen immer wieder zur Mitte hin mitzunehmen. Das ist die Bedingung der Möglichkeit, in dieser Zeit „missionarisch Kirche zu sein“. Danke auch dafür, dass Sie mich als Ihren Bischof bei unzähligen persönlichen Gesprächen über die Jahre immer wieder in Ihre Glaubensmitte mit einbezogen haben.
Ich danke Ihnen, dass Sie den Herrn in Ihren Gemeinden bezeugen, mitleiden und, so gut Sie können, Wunden heilen.
Gott segne Sie auf dem Weg in die Zukunft und schenke Ihnen die Kraft des Hl. Geistes, um auf der Suche nach der Mitte nicht zu erlahmen!


* * *


Auf vielfachen Wunsch wird die Predigt, die Bischof Heinz Josef Algermissen am Morgen seiner Emeritierung, am Dienstag, dem 5. Juni 2018, im Pontifikalamt im Hohen Dom zu Fulda (Priestertag) gehalten hat, als „Wort des Bischofs“ zum Sonntag, 17. Juni 2018 veröffentlicht.


Biblische Bezugstexte:
Eph 3, 14-21
Joh 1, 35-51


Brot, das geteilt wird…

Von Bischof Heinz Josef Algermissen


Es ist für mich prägende Erinnerung, dass meine Großmutter und auch meine Mutter zu Beginn einer Mahlzeit mit dem Messer zunächst in den Knust des Brotes ein kleines Kreuz ritzten. Eine Geste, die mich nachhaltig beeindruckte. Und dann nahmen sie den Laib Brot in ihre Arme, drückten ihn fest an sich, um für jeden am Tisch ein Stück davon abzuschneiden und persönlich in die Hand zu geben. Mehr als alle anderen nachfolgenden Speisen war es dieses Stück Brot, das das Gefühl gab, mit zur Familie zu gehören.


Das persönliche Austeilen der Scheibe Brot empfand ich als ein uns Menschen verbindendes Zeichen, als bedeutsames Symbol. Miteinander vom selben Brot zu essen, ist ein Zeichen des Vertrauens und der Freundschaft. Wenn der Psalmist klagt: „Der mein Brot aß, hat mich verraten“ (Ps 41, 10), dann wird damit ein besonders schwerwiegender Vertrauensbruch zur Sprache gebracht.


In diesem Brauch hat sich etwas von der jüdischen Hausliturgie und auch der urchristlichen Mahlfeier erhalten, die man damals einfach als „Brot-Brechen“ bezeichnete. Menschen, die vom gleichen Brot aßen, waren so miteinander verbunden. Sie wurden zu Schwestern und Brüdern.


Gerade in der Kriegszeit haben viele Menschen Hunger bitter erfahren müssen, indes auch erkennen können, dass das Brechen des Brotes unter Hungernden geschwisterliche Solidarität schafft. Sie haben in Lagern oder Güterwagen, in Gefängnissen oder in den unterschiedlichen Verstecken der Illegalität die Bitterkeit des Hungers kennengelernt und sind darin nicht selten dem Wunder der Liebe und Barmherzigkeit begegnet, in einem Menschen mit Brot, der es nicht allein und für sich haben wollte, sondern brach und teilte. Da es auch ihm zum Leben diente, teilte er damit nicht nur sein Brot, sondern auch sein Leben mit ihnen, ja er teilte sich selbst aus.


Wundert es uns da noch, dass die Jünger in der österlichen Emmaus-Geschichte (vgl. Lk 24, 13-31) den Herrn am Brot-Brechen erkannten? „Als er mit ihnen bei Tisch war, nahm er das Brot, sprach den Lobpreis, brach das Brot und gab es ihnen. Da gingen ihnen die Augen auf, und sie erkannten ihn…“ (Verse 30 und 31).


Der geschilderte Brauch macht darauf aufmerksam, dass das Brot seinen tiefsten Sinn erst dort erfüllt, wo es geteilt und nicht allein gegessen wird. Jedes Brot will Gemeinschaft stiften. Und wer mit einem anderen sein Brot teilt, tritt schon mit ihm in Gemeinschaft ein. So gesehen, war der alte Brauch mehr als nur ein Symbol. Er war vielmehr realer Vollzug der liebenden und vertrauenden Einheit der Essenden untereinander, ein Vor-Zeichen für jene letzte Einheit, nach der jeder Mensch in seinem Innersten verlangt, die er aber nicht selbst herbeiführen kann. Es ist eine Einheit nicht nur untereinander und miteinander, sondern auch mit Gott. Sie vollzieht sich darin, dass wir von dem „einen“ Brot essen und von dem „einen“ Wein trinken. Beides ist der Herr selbst, was wir erst vor einigen Tagen feierten.

Wenn wir ihn an Fronleichnam in der Gestalt des Brotes verehrten, dann deshalb, weil er in seiner Person, in seiner in der Gestalt des Brotes sich zeigenden Hingabe, jene Gemeinschaft bewirken kann, nach der wir alle verlangen, und jenen Frieden, den wir uns im Grunde ersehnen.


Wir feiern Jesus Christus vor allem deshalb, weil wir in der Kommunion mit ihm in der Gestalt des Brotes schon jetzt an dieser Einheit und an diesem Frieden teilhaben und in der Kraft der eucharistischen Speise auch selbst zu ihrer vollen und endgültigen Verwirklichung beitragen dürfen.


* * * 
 Vorstehender Beitrag erscheint als „Wort des Bischofs“ in der Kirchenzeitung „Bonifatiusbote“ 
vom 3 Juni 2018.


Krabbelgruppe

Start nach Pfingsten am 12. Juni 2019

Ökumenische Gesprächsreihe zur Apostelgeschichte

50 Jahre St. Martin Wehrda

Kirchweihjubiläum mit Orgelweihe am 29. April 2018

Leitbild für St. Peter und Paul:

Jesu Liebe nehmen – in Fülle leben – Nächstenliebe geben