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Nachrichten aus dem Bistum - Pressespiegel
Weihbischof Dr. Michael Gerber, ernannter Bischof von Fulda

Weihbischof Dr. Michael Gerber aus Freiburg zum neuen Oberhirten von Fulda ernannt

Bekanntgabe durch Domdechant Prof. Dr. Werner Kathrein im Dom 


Rom/Fulda/Freiburg (bpf/pef). Papst Franziskus hat den Freiburger Weihbischof Dr. Michael Gerber (48) nach Wahl durch das Fuldaer Domkapitel zum neuen Bischof von Fulda ernannt. Die Ernennung wurde am Donnerstag, 13. Dezember, in Rom, Fulda und Freiburg zeitgleich um 12 Uhr bekanntgegeben. In der Bonifatiusgruft im Hohen Dom zu Fulda verkündete Domdechant Prof. Dr. Werner Kathrein die Ernennung im Anschluss an das Angelus-Gebet. „Das Domkapitel gibt mit Dank gegenüber Gott und dem Heiligen Vater Papst Franziskus bekannt, dass Seine Heiligkeit Seine Exzellenz, den Hochwürdigsten Herrn Weihbischof Dr. Michael Gerber aus der Erzdiözese Freiburg im Breisgau, zum neuen Bischof von Fulda ernannt hat“, sagte der Domdechant. Dr. Gerber wird Nachfolger des emeritierten Bischofs von Fulda, Heinz Josef Algermissen, dessen altersbedingten Rücktritt der Papst am 5. Juni 2018 angenommen hatte. 


Der Termin der Amtseinführung des neuen Oberhirten steht noch nicht fest. Diese wird in Absprache mit dem Ernannten im neuen Jahr erfolgen. Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes wird Bischof Dr. Gerber dann nach Überreichung des päpstlichen Ernennungsschreibens an das Fuldaer Domkapitel „von seiner Diözese Besitz ergreifen“. Bis dahin wird das Bistums weiterhin von Diözesanadministrator Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez geleitet. 


Der neu ernannte Fuldaer Bischof wurde am 15. Januar 1970 in Oberkirch geboren. Nach Studien in Freiburg im Breisgau und in Rom wurde er am 11. Mai 1997 zum Priester für die Erzdiözese Freiburg geweiht. Danach war er zwei Jahre als Vikar in Malsch bei Ettlingen und weitere zwei Jahre als priesterlicher Mitarbeiter an der Katholischen Hochschulgemeinde PH/Littenweiler tätig. Von 2001 bis 2011 war er stellvertretender Leiter im Collegium Borromaeum in Freiburg. Im Jahr 2007 promovierte er im Fach Pastoraltheologie an der Theologischen Fakultät der Universität Freiburg. Titel der Dissertation ist „Zur Liebe berufen: Pastoraltheologische Kriterien für die Formung geistlicher Berufe in Auseinandersetzung mit Luigi M. Rulla und Josef Kentenich“. Von 2011 bis 2014 war er Regens des Erzbischöflichen Priesterseminars in Freiburg. Von 2006 bis 2013 war er auch Mitglied des Leitungsteams des Schönstatt-Instituts. Am 12. Juni 2013 ernannte ihn Papst Franziskus zum Titularbischof von Migirpa und zum Weihbischof in der Erzdiözese Freiburg im Breisgau. Am 8. September 2013 wurde er zum Bischof geweiht. Seit 2014 ist er Bischofsvikar für Gemeinschaften und Personen des geweihten Lebens, Geistliche Gemeinschaften und Bewegungen und seit 2015 Bischofsvikar für den Bereich Pastorale Aus- und Weiterbildung in der Erzdiözese Freiburg. Weihbischof Dr. Gerber arbeitet seit September 2016 in der Kommission für Geistliche Berufe und Kirchliche Dienste der Bischofskonferenz mit. Außerdem wurde er in die Jugendkommission der Deutschen Bischofskonferenz gewählt. 


„Das Domkapitel heißt unseren neuen Bischof herzlich willkommen und bittet die Gläubigen um ihr Gebet und ihr Wohlwollen für unseren neuen Bischof“, erklärte Domdechant Prof. Kathrein. Am Donnerstag, 20. Dezember, wird Bischof Dr. Gerber um 13 Uhr am Grab des heiligen Bonifatius den bischöflichen Segen erteilen. Dazu ergeht an alle Gläubigen herzliche Einladung. 


Der bischöfliche Wahlspruch von Bischof Dr. Michael Gerber lautet „tecum in foedere“ (dt. „Mit dir im Bund“). Er verweist auf wesentliche Linien seines theologischen Denkens und pastoralen Ansatzes. „Bund“ bezeichnet im Alten und Neuen Testament das Grundverhältnis von Gott zu seinem Volk. Die Beziehung von Gott zu seinem Volk ist von Freiheit und Liebe geprägt. Innerhalb dieses Volkes erfahren Menschen auf je originelle Weise: „Der Herr ist mit Dir“, vgl. etwa Maria bei der Verkündigung des Engels (Lk 1,28). Gott beruft den Menschen zur Mitarbeit bei seinem Handeln an der Schöpfung. Das kennzeichnet die Würde des Menschen: Er selbst kann als Bild Gottes schöpferisch und heilend wirken. „Mit dir“ – das ist zugleich die Antwort, die Menschen auf diesen Ruf Gottes gegeben haben. Sie spüren: Eigentlich überfordern mich die Aufgaben, vor die wir gestellt sind. Diese Erfahrung macht gerade auch ein Bischof. Das Vertrauen auf Gott gibt uns die Kraft, den nächsten Schritt zu gehen. Damit soll das „mit dir“, das Gott zu uns spricht, auch das menschliche Handeln prägen. Das Zweite Vatikanische Konzil hat neu den Gedanken der Communio entdeckt. Das Wirken der einzelnen Charismen, Dienste und Ämter in der Kirche kann dort fruchtbar werden, wo die originelle Berufung des je Anderen als Bereicherung für das Ganze entdeckt wird.  


18. Bischof von Fulda und 97. Oberhirte seit dem hl. Sturmius

Bischof Dr. Gerber ist der 97. Oberhirte seit dem heiligen Sturmius und der 18. Bischof von Fulda seit der Bistumsgründung im Jahr 1752. Er übernimmt eine Diözese mit 389.840 Katholiken (Stand: 31. Dezember 2017) bei einer Gesamtbevölkerung von 1.720.203 Menschen. 

Das Bistum Fulda erstreckt sich vom nordhessischen Bad Karlshafen bis in den Frankfurter Stadtteil Bergen-Enkheim und von der Universitätsstadt Marburg in Oberhessen bis nach Geisa im Thüringer Land auf einer Fläche von 10.318 Quadratkilometern. Fulda ist ein Diasporabistum, in dem die Katholiken insgesamt in einer Minderheit sind, wenn auch mit regional starken Unterschieden. 

Das Bistum gliedert sich derzeit in zehn Dekanate, 43 Pastoralverbünde und 274 Kirchengemeinden. Zum Presbyterium der Diözese gehören 262 Priester, inklusive solche im Ruhestand, und 34 Ordenspriester. 21 Ordensgemeinschaften mit 183 Ordensschwestern und 25 Ordensbrüdern sind hier vertreten. Die Zahl der Ständigen Diakone beläuft sich auf 58, von denen 42 im aktiven Dienst tätig sind. Die Diözese hat 125 Gemeindereferentinnen und 29 Pastoralreferentinnen und -referenten. 

Pfingsten 2017 setzte Bischof Algermissen die sogenannten Strategischen Ziele zur Neuausrichtung der Seelsorge im Bistum Fulda in Kraft. Sie sind der Abschluss eines längeren Prozesses und beinhalten konkret überprüfbare Schritte bis 2030. Bereits 2002 hatte Bischof Algermissen nach seiner Amtsübernahme den Pastoralen Prozess zur Sicherung einer zukunftsfähigen Kirche von Fulda eingeleitet, der zur Gründung von zurzeit 43 Pastoralverbünden von Kirchengemeinden führte. An diesen Pastoralverbünden sollen sich die künftig zu errichtenden größeren Pfarreien orientieren.  


Willkommensgruß des Diözesanadministrators

Nach sechsmonatiger Vakanz hat der Heilige Vater Papst Franziskus Weihbischof Dr. Michael Gerber zu unserem neuen Bischof ernannt. Ich begrüße den Ernannten mit großer Freude und danke dem Heiligen Vater, dass wir schneller als erwartet einen neuen Oberhirten wählen konnten. Wir freuen uns darüber, mit Bischof Dr. Gerber nun den jüngsten Diözesanbischof in Deutschland zu haben, der mit seiner menschenfreundlichen, offenen und kommunikativen Art der Kirche von Fulda ein guter Hirte sein wird. Ich wünsche unserem neuernannten Bischof Gottes reichen Segen für sein Amt und allzeit die Führung des Heiligen Geistes bei der Leitung der Diözese Fulda. 


Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez
Diözesanadministrator  


TECUM IN FOEDERE

Brief von Weihbischof Dr. Michael Gerber

Liebe Schwestern und Brüder im Bistum Fulda und im Erzbistum Freiburg!  

Am heutigen Tag hat Papst Franziskus mich zum Bischof von Fulda ernannt. Unserem Heiligen Vater, Papst Franziskus, seinen Mitarbeitern und dem Domkapitel zu Fulda danke ich für das große Vertrauen, welches darin zum Aus­ druck kommt. Viele Menschen im Bistum Fulda haben in den vergangenen Monaten den Vorgang der Wahl und der Ernennung des neuen Bischofs im Gebet begleitet. Ihnen gilt von Herzen mein Dank. Es ist meine tiefe Überzeugung, dass in unserer Kirche nur das fruchtbar werden kann, was vom Gebet getragen ist. So durfte ich es auf meinem Weg hin zum Priestertum, in den vergangenen fast 22 Jahren meines priesterlichen Dienstes und den fünf Jah­ren als Weihbischof immer wieder auf beeindruckende Weise erfahren. Um dieses Gebet bitte ich auch für die Zukunft, wenn ich als vergleichsweise junger Bischof mit der Leitung des Bistums Fulda betraut sein werde. 


Wir leben in einer Zeit, die sowohl für die Kirche als auch für die Gesellschaft insgesamt von großen Herausforderungen gekennzeichnet ist. Nicht zuletzt der furchtbare Terroranschlag am 11. Dezember in Straßburg - nur wenige Ki­lometer von meiner Heimat Oberkirch entfernt - hat uns dies erneut vor Augen geführt. Auf unserem Weg durch den Advent gilt unsere besondere Aufmerksamkeit all jenen, deren Leben von solchen Erfahrungen gezeichnet ist. 


Bisher hatte ich nur wenige Begegnungen mit Menschen im Bistum Fulda:  Dankbar schaue ich auf Begegnungen und Gespräche im Kontext der Herbstvollversammlungen der Deutschen Bischofskonferenz zurück, ebenso auf das Liobafest im vergangenen Jahr auf dem Petersberg oder eine sehr beeindruckende Begegnung vor einigen Jahren am Point Alpha und an­ schließend mit engagierten Katholiken in Geisa. Heute möchte ich allen Menschen danken, die in den vergangenen Jahren Verantwortung für das Bistum Fulda getragen haben und noch tragen. Allen voran ist dies mein Vorgänger, Bischof Heinz-Josef Algermissen und mit ihm viele Engagierte, die auf unter­ schiedlichen Ebenen im Bistum aktiv sind. Die kommenden Monate und Jah­ren werden von vielen Begegnungen mit Ihnen geprägt sein. Ich freue mich sehr, Sie kennenzulernen. Bei der Frage nach der Zukunft der Kirche ist das für mich ein wesentlicher Bezugspunkt: Was hat Gott in und durch die jeweils konkreten Menschen wachsen lassen, welche Geschichte hat er bisher mit uns geschrieben und zu welchem neuen Schritt möchte er uns heute heraus­ fordern? 


Es fällt mir nicht leicht, vieles, was mir in den vergangenen Jahren im Erzbistum Freiburg wertvoll geworden ist, zurück zu lassen. Mit vielen Menschen bin ich Wege gegangen, die mein Leben bereichert haben und die mein Selbstverständnis als Priester und Bischof in der Kirche von heute entscheidend geprägt haben. Ihnen allen bin ich sehr dankbar. Sie haben mir vieles mit in mein „Gepäck“ gegeben, das ich nun auch mit nach Fulda nehmen darf. Viele Wege und Prozesse hätte ich gerne auch künftig mitgestaltet. So hoffe ich, dass es mir in den verbleibenden Wochen in Freiburg noch gelingt, den einen oder anderen Vorgang an einen guten Punkt zu bringen. Danken möchte ich Erzbischof Stephan Burger und allen, die im Erzbistum Verantwortung getragen haben und noch tragen für das Vertrauen, das sie mir entgegengebracht haben.


Meine Erinnerung fällt in die Tage, in denen Pfadfinderinnen und Pfadfinder das Friedenslicht von Bethlehem in unsere Gemeinden bringen. Für mich ist das ein wertvolles Zeichen: Wenn der Wind auch heftig bläst, das Licht von Bethlehem findet unaufhaltsam seinen Weg. Wir dürfen uns entzünden lassen von diesem Licht, dass ER, der Herr selbst ist. In Bonifatius finden wir einen Heiligen, der ganz von diesem Licht entzündet war und der für das Evangelium geglüht hat. Ich bin überzeugt, dass im Bistum Fulda viel von dieser Glut lebendig ist. „Und das Wort ist Fleisch geworden…“ – so hören wir es wieder in den kommenden Tagen. Lassen wir uns neu überraschen, wo SEIN Wort uns heute trifft und was es in uns zum Leuchten und zum Glühen bringt!


Allen im Bistum Fulda und im Erzbistum Freiburg wünsche ich von ganzem herzen ein gnadenreiches und gesegnetes Weihnachtsfest!


Ihr

+ Michael Gerber

Weihbischof in Freiburg, ernannter Bischof von Fulda


Weihbischof Diez zum Diözesanadministrator gewählt

Fulda(bpf). Domdechant Prof. Dr. Werner Kathrein teilt mit, dass das Fuldaer Domkapitel am Samstag, 9. Juni, Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez zum Diözesanadministrator gewählt hat. Weihbischof Diez hat die Wahl angenommen. Bis zur Neubesetzung des Bischöflichen Stuhles leitet er nun die Diözese Fulda. Dabei gilt der Grundsatz, dass bis zur Neubesetzung des Bischöflichen Stuhles keine Veränderungen vorgenommen werden dürfen. 


Das Amt des Generalvikars ist mit Rücktritt des Bischofs erloschen. Der bisherige Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke wurde von Weihbischof Diez zum Ständigen Vertreter des Diözesanadministrators ernannt. 


Der Bischöfliche Stuhl von Fulda ist am vergangenen Dienstag, 5. Juni, im Zuge der Annahme des Rücktrittsgesuchs von Bischof Heinz Josef Algermissen durch Papst Franziskus vakant geworden. Während der Vakanz des Bischöflichen Stuhls bleibt das Amt des Offizials bzw. Gerichtsvikars sowie des Vizeoffizials bzw. Stellvertretenden Gerichtsvikars weiterbestehen.


Papst nimmt Amtsverzicht des Fuldaer Bischofs Heinz Josef Algermissen an

Fulda(bpf). Papst Franziskus hat am Dienstag, 5. Juni, dem Hochfest des hl. Bonifatius,den Amtsverzichtdes Bischofs von Fulda, Heinz Josef Algermissen, angenommen. Dies wurde in Rom und Fulda bekannt gegeben. Seit 2001 hatte der 75-Jährige die Geschicke der Diözese geleitet. Der päpstliche Nuntius in Deutschland, Erzbischof Dr. Nikola Eterović, gab die Annahme des Amtsverzichts in Fulda im Rahmen des traditionellen Priestertages der Diözese bekannt. „An dieser Stelle möchte ich es nicht versäumen, dem Hirten dieser ehrwürdigen Ortskirche von Fulda im Namen des Heiligen Vaters und persönlich für seinen unermüdlichen Eifer zu danken, den er fast siebzehn Jahre ausgeübt hat“, so der Botschafter des Papstes. „Bischof Algermissen hat sich mit Eifer dafür eingesetzt, den christlichen Glauben in dieser Region Deutschlands zu lehren und mit seinem bischöflichen Wirken glaubwürdig vorzuleben. In seiner liebendwürdigen Art hat er es vermocht, Menschen für Christus zu gewinnen.“ Der Nuntius sprach Algermissen auch seinen Dank für seinen Beitrag in der Deutschen Bischofskonferenz aus, vor allem als stellvertretender Vorsitzender der Ökumenekommission und als Mitglied der Liturgiekommission sowie in der Unterkommission für die religiösen Beziehungen zum Judentum. „Jedes Jahr im Herbst versammelt sich die Deutsche Bischofskonferenz hier in Fulda am Grab des Heiligen Bonifatius. Als Bischof dieser ehrwürdigen Diözese waren Sie stets ein aufmerksamer und großherziger Gastgeber, besonders auch für den Apostolischen Nuntius.“


Bischof Algermissen hatte dem Heiligen Vater seinen Amtsverzicht bereits einige Wochen vor seinem 75. Geburtstag, den der Oberhirte am 15. Februar beging, gemäß den kirchenrechtlichen Bestimmungen angeboten. „Seit siebzehn Jahren bin ich nun Bischof in dieser Diözese, und ich bin es gerne. Nicht an einem Tag dieser Zeit kam auch nur die Spur einer Langeweile auf“, unterstrich Bischof Algermissen anlässlich seines 75. Geburtstags. Sein bischöflicher Dienst des Brückenbauens war ihm ebenso ein Herzensanliegen wie die Hirtensorge für die Menschen im Bistum. „Ich lebe und arbeite mit großer Freude hier in Fulda“, hob der aus der Erzdiözese Paderborn stammende Oberhirte gerne hervor.


„Bischof Algermissen hat einen wachen Blick für die Zeichen der Zeit bewiesen, und ihm ist es ein Anliegen gewesen, durch Missionierung und Neuevangelisierung Antworten auf diese Zeichen zu finden“, betonte Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez, der nun bis zur Wahl eines Diözesanadministrators in den kommenden Tagen das Bistum leitet. Die Verkündigung der Botschaft vom Reich Gottes in die moderne Gesellschaft habe für Algermissen aber auch bedeutet, Mahner zu sein, Korrekturen anzubringen und auf den rechten Weg zu weisen. „Bischof Algermissen hat mir, seinem Generalvikar, großes Vertrauen geschenkt. So hatte ich einen weiten Spielraum im Blick auf Entscheidungen, die zu treffen waren“, stellte Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke heraus, dessen Amtszeit mit der des Bischofs endet. „Alle wichtigen Fragen habe ich ihm natürlich vorgelegt; dabei hatte ich immer den Eindruck, dass er meine Vorschläge ernst genommen und meistens auch angenommen hat.“ Prof. Stanke ist in guter Erinnerung, dass Bischof Algermissen großen Wert auf eine würdige Gestaltung der Liturgie gelegt hat. „Außerdem hat er dadurch, dass er die strategischen Ziele Bistum 2030 in Kraft gesetzt hat, eine Richtung vorgegeben, in der die Pastoral in unserem Bistum angesichts der Veränderungen in Kirche und Gesellschaft gestaltet werden soll.“


Dem heute immer deutlicher werdenden Problem des Priester- und Gläubigenmangels hatte der Oberhirte durch Einleitung des Pastoralen Prozesses 2002 Rechnung getragen, der seit 2006 zur Errichtung von mittlerweile 43 Pastoralverbünden in zehn Dekanaten führte. Pfingsten 2017 setzte Algermissen die „Strategischen Ziele zur Ausrichtung der Pastoral im Bistum Fulda“ in Kraft, durch die bis 2030 das Leben der Kirche und ihre Zukunftsfähigkeit gestaltet werden soll. Die Kirche leide heute laut Algermissen oft an mangelndem religiösen Wissen und Gleichgültigkeit selbst bei vielen Gläubigen. „Wenn viele heute einen immer dichteren Vorhang vor den Himmel ziehen und die Emanzipation von Gott zum Programm erklären, sind wir dringend zur Gegenbewegung aufgerufen“, zeigte sich der Bischof überzeugt.


Bischof Algermissenwurde am 15. Februar 1943 in Hermeskeil bei Trier geboren. Nach dem Abitur 1963 studierte er Philosophie und Theologie in Freiburg und Paderborn. In Paderborn wurde er am 19. Juli 1969 von Kardinal Lorenz Jaeger zum Priester geweiht. Nach mehrjähriger Seelsorgetätigkeit als Vikar in Bielefeld und Meschede wurde er 1980 Pfarrer in Bielefeld-Schildesche. Von 1974 bis 1980 war er auch Studentenpfarrer an der Universität Paderborn. 1984 wurde er Dechant des Dekanates Bielefeld und 1991 Regionaldekan der Seelsorgeregion Minden-Ravensberg-Lippe. Als Pfarrer im überwiegend protestantisch geprägten Bielefeld setzte Algermissen ökumenische Akzente. Mit gemeinsamen theologischen Bildungs- und Bibelwochen trug er sehr zum Miteinander von katholischen und evangelischen Christen bei. Er leitete von 1989 bis 1996 die Ökumene-Kommission des Erzbistums. Von 1994 bis 1998 war er zudem geschäftsführender Vorsitzender des Priesterrates.

Im Juli 1996 wurde Algermissen von Papst Johannes Paul II. zum Titularbischof von Labicum (einem erloschenen Bischofssitz in Italien) und Weihbischof in Paderborn ernannt. Die Bischofsweihe empfing er am 21. September 1996 durch den Paderborner Erzbischof und späteren Kardinal Dr. Johannes Joachim Degenhardt. Als Bischofsvikar war er für Ordens- und Säkularinstitute und Gesellschaften des Apostolischen Lebens zuständig. Seit 1997 war er auch Diözesanrichter am Erzbischöflichen Offizialat. Im Mai 1999 wurde er ins Paderborner Metropolitankapitel berufen.


Am 20. Juni 2001 wurde Algermissen von Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Fulda ernannt und am 23. September in sein Amt eingeführt. Im November 2002 wurde er auf Vorschlag der Bischofskonferenz zum Präsidenten von Pax Christi gewählt und ist seit 2003 zudem Vizepräsident des Maximilian-Kolbe-Werkes. Seit 2003 ist er auch Komtur mit Stern im Ritterorden vom Hl. Grab zu Jerusalem. Bischof Algermissen ist Mitglied im Cartellverband katholischer deutscher Studentenverbindungen bei Wildenstein Freiburg, Guestfalo-Silesia Paderborn und Adolphiana Fulda.


In der Deutschen Bischofskonferenz gehörte Algermissen der Liturgiekommission und der Ökumenekommission an, deren stellvertretender Vorsitzender er war.


Vakanz des Bischofsstuhls und Wahl eines neuen Oberhirten

Vakanz des Bischofsstuhls

Wenn der Bischofsstuhl von Fulda durch Emeritierung oder Tod des Diözesanbischofs vakant wird, geht nach der kirchenrechtlichen Vorgabe von can. 419 CIC die Leitung des Bistums auf den Weihbischof über. Eine Sedisvakanz (bischofslose Zeit) im Bistum Fulda trat vor dem Rücktritt von Bischof Heinz Josef Algermissen zuletzt am 23. Juli 2000 ein, als Erzbischof Dr. Johannes Dyba plötzlich verstarb. Innerhalb von acht Tagen wählt das sechsköpfige Domkapitel einen Diözesanadministrator. Der Diözesanadministrator muss ein Priester von mindestens 35 Jahren sein. Dieser leitet dann das Bistum bis zur „Inbesitznahme“ des Bistums durch einen neuen Bischof. Der Diözesanadministrator darf keine grundlegenden Entscheidungen treffen, die einem neuen Diözesanbischof vorbehalten sind. Es gilt die Regel: Sede vacante nihil innovetur („Während der Sedisvakanz darf nichts verändert werden“; c. 428 § 1 CIC).


Erlöschen von Ämtern

Mit der Vakanz des Bischöflichen Stuhls erlischt auch das Amt des Generalvikars als des „Alter ego“ des Bischofs. Der bisherige Generalvikar kann aber vom Diözesanadministrator zu dessen Ständigen Vertreter ernannt werden. Auch die Bischofsvikare verlieren ihre Aufgaben. Im Unterschied zu den vorgenannten Ämtern bleibt das Amt des Offizials bzw. Gerichtsvikars und des Vizeoffizials bzw. Stellvertretenden Gerichtsvikars weiterbestehen; der Offizial und der Vizeoffizial müssen aber nach Amtsantritt des neuen Diözesanbischofs von diesem in ihrem Amt bestätigt werden. Die Rechte eines Weihbischofs bleiben von einer Sedisvakanz unberührt. Der Priesterrat hört auf zu bestehen und wird erst unter einem künftigen Bischof neu gebildet. Der Diözesanverwaltungsrat und der Kirchensteuerrat bestehen indes auch während der bischofslosen Zeit weiter.


Die Kandidatensuche

Nach can. 378 CIC soll sich ein Bischofskandidat durch „festen Glauben, gute Sitten, Frömmigkeit, Seeleneifer, Lebensweisheit, Klugheit sowie menschliche Tugenden“ auszeichnen. Er muss einen guten Ruf haben, wenigstens 35 Jahre alt sein, wenigstens seit fünf Jahren Priester sein, den Doktorgrad oder das Lizentiat in einer theologischen Disziplin an einer kirchlich anerkannten Hochschule erworben haben oder wenigstens in diesen Disziplinen wirklich erfahren sein.
Die Suche nach geeigneten Bischofskandidaten beginnt nicht erst mit der Vakanz einer Diözese. Vielmehr haben die Bischöfe alle drei Jahre eine Liste mit geeigneten Kandidaten aus dem Diözesan- und Ordensklerus einzureichen. Jeder Diözesanbischof kann auch von sich aus dem Apostolischen Stuhl entsprechende Namenslisten zusenden. Der Ständige Rat der Deutschen Bischofskonferenz hat 1974 beschlossen, alle drei Jahre solche Listen erstellen und dem Apostolischen Stuhl zukommen zu lassen.
Nach Eintritt der Sedisvakanz fordert der Päpstliche Nuntius in Berlin einen Bericht über die Lage im Bistum an, den der inzwischen gewählte Diözesanadministrator erstellt. Die Mitglieder des Domkapitels holen von verschiedenen Personen aus unterschiedlichen Bereichen Kandidatenvorschläge für das Bischofsamt ein und erstellen daraus eine Kandidatenliste. Über die Apostolische Nuntiatur wird diese Kandidatenliste nach Rom gesendet. Der Nuntius holt sodann im Auftrag des Papstes ausführliche und zuverlässige Informationen über die jeweiligen Kandidaten ein. Dazu werden anhand eines Fragebogens Laien, Priester und Ordensleute befragt, die den Betreffenden gut kennen. Danach reicht der Nuntius die Vorschlagsliste beim Papst ein, wobei er eine eigene Beurteilung abgibt und auch die Empfehlungen der anderen Bischöfe der Kirchenprovinz Paderborn (neben Fulda sind dies die Oberhirten von Paderborn, Magdeburg und Erfurt) berücksichtigt. Laut einer Bestimmung des Preußenkonkordats von 1929 haben außer dem Fuldaer Domkapitel auch die Bischöfe des ehemaligen Landes Preußen das Recht, dem Papst eine Kandidatenliste einzureichen. Dies sind neben Fulda die Diözesanbischöfe von Aachen, Berlin, Erfurt, Essen, Görlitz, Hamburg, Hildesheim, Köln, Limburg, Magdeburg, Münster, Osnabrück, Paderborn und Trier.


Wahl aus einer Dreierliste

Unter Berücksichtigung der dem Heiligen Stuhl übersandten Kandidatenlisten erstellt der Papst unter Mithilfe der Bischofskongregation eine Liste mit drei Kandidaten (die sogenannte Terna), die dann an das Fuldaer Domkapitel übersandt wird. Der Papst ist hinsichtlich der Terna nicht an die aus dem Bistum und dem Konkordatsgebiet eingereichten Vorschläge gebunden, sondern kann die Kandidaten vorschlagen, die er für die geeignetsten hält. Nach Eintreffen der Wahlliste in Fulda beruft der Domdechant das Domkapitel zur Bischofswahl ein. Dieses muss innerhalb von drei Monaten nach dem Eintreffen der Liste zur Wahl des neuen Oberhirten der Diözese schreiten; andernfalls kann der Heilige Vater frei einen Bischof ernennen.


Weiteres Prozedere bis zum Amtsantritt

Gemäß den Bestimmungen des Konkordats zwischen dem Heiligen Stuhl und Preußen aus dem Jahre 1929 muss nach erfolgter Wahl durch das Domkapitel durch Anfrage bei den zuständigen Landesregierungen erfragt werden, ob „Bedenken politischer Art gegen ihn“ bestehen. Da zum Bistum Fulda Gebiete in Hessen und in Thüringen gehören, werden diese beiden Landesregierungen vom Domkapitel nach der Wahl angefragt. Wenn die Landesregierungen mitteilen, dass keine Bedenken politischer Art bestehen (was heutzutage eine reine Formsache ist), wird das Domkapitel den Namen des gewählten Kandidaten nach Rom weiterleiten. Die Bekanntgabe der Ernennung des gewählten Bischofs durch den Papst erfolgt sodann an einem bestimmten Tag um 12 Uhr zeitgleich in Rom und in Fulda. Der neu ernannte Bischof leistet vor dem hessischen und thüringischen Ministerpräsidenten einen Treueeid. Sodann empfängt er, wenn er noch nicht zum Bischof geweiht ist, die Bischofsweihe durch den Metropoliten; für Fulda ist dies der Erzbischof von Paderborn. Der neue Bischof ergreift schließlich „Besitz von der Diözese“, indem er dem Domkapitel sein Ernennungsschreiben präsentiert. Dies erfolgt in feierlicher Weise in einem Gottesdienst im Hohen Dom zu Fulda zur Amtseinführung. Zuletzt war dies am 23. September 2001 beim Amtsantritt von Bischof Algermissen der Fall.


Stichwort: Domkapitel

Fulda(bpf). Das Domkapitel ist das bei der Kathedralkirche des Bistums bestehende Priesterkollegium. Es ist eine juristische Person nach kirchlichem und staatlichem Recht. Das Fuldaer Domkapitel besteht aus dem Domdechanten und fünf residierenden Domkapitularen. Ferner gehören zum Domkapitel vier Dompräbendaten; diese sind rangniedere Domgeistliche, die an den gottesdienstlichen Aufgaben des Domkapitels teilhaben, aber nicht bei Sitzungen und Beschlussfassungen des Domkapitels mitwirken. Die Domkapitulare ernennt der Bischof abwechselnd nach Anhörung und mit Zustimmung, die Dompräbendaten nach Anhörung des Kapitels. Der Bischof kann auch Priester aufgrund ihrer Verdienste nach Einholung des Rates des Domkapitels zu Ehrendomkapitularen ernennen. Ehrendomkapitulare genießen die Ehrenrechte der Domkapitulare (insbesondere Titel und Chorkleidung), besitzen aber nicht deren sonstige Rechte und Pflichten.


Das Domkapitel ist für die feierliche Gestaltung der Gottesdienste im Hohen Dom verantwortlich. Der Domdechant und die residierenden Domkapitulare unterstützen darüber hinaus den Bischof in der Leitung der Diözese. Insbesondere nimmt das Domkapitel die Aufgabe des Konsultorenkollegiums wahr, welches der Bischof vor bestimmten wichtigen Entscheidungen um seinen Rat oder, sofern kirchenrechtlich geboten, um seine Zustimmung zu ersuchen hat. In Zeiten der Sedisvakanz des Bischöflichen Stuhls hat das Domkapitel gemäß dem Preußischen Konkordat von 1929 das Recht der Bischofswahl aus einer vom Papst vorgelegten Dreierliste. Wahlberechtigt sind der Domdechant und die residierenden Domkapitulare. Diese wählen zu Beginn der Sedisvakanz auch den Diözesanadministrator, der das Bistum bis zur Ernennung eines neuen Bischofs durch den Papst verwaltet.

Dem Fuldaer Domkapitel steht der Domdechant vor. Dieser wird durch das Domkapitel gewählt und dann vom Diözesanbischof bestätigt. Dem Domdechanten obliegen unter anderem die Beaufsichtigung von Restaurierungsarbeiten sowie die Genehmigung von Veranstaltungen im Dom. Er ist auch für Dommuseum und Kirchenmusik zuständig. Dieses Amt hat seit August 2004 Prälat Prof. Dr. Werner Kathrein inne. Zuvor war Weihbischof Johannes Kapp seit Oktober 1980 Domdechant am Fuldaer Dom gewesen. Neben Domdechant Prof. Dr. Kathrein gehören dem Domkapitel als residierende Domkapitulare an: der bisherige Generalvikar Apostolischer Protonotar Prof. Dr. Gerhard Stanke, Offizial Prälat Prof. Dr. Lothar Wächter, Prälat Peter-Martin Schmidt, Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez und Personaldezernent Prälat Christof Steinert.


Bischof Heinz Josef Algermissen zum Tod von Kardinal Karl Lehmann

Am frühen Morgen des 4. Fastensonntags starb Kardinal Karl Lehmann, seit 1983 als 87. Nachfolger des heiligen Bonifatius Bischof von Mainz und von 1987 bis 2008 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. Am Samstagmorgen noch hatte ich bei der Messfeier im Rahmen der Vollversammlung des Fuldaer Katholikenrates für ihn gebetet, der „auf dem Weg in die ewige Heimat“ sei. Nun hat er am Ende seine Vollendung und Teilhabe am ewigen Osterfest gefunden. Die 22 Jahre, da ich Bischof bin, besonders die letzten 17 Jahre als Bischof von Fulda, haben wir einander begleitet und je Anteil genommen. Fulda als Stadt des hl. Bonifatius war ihm immer besonders nahe. So nehme ich in stiller Mittrauer Anteil am Tod eines lieben Weggefährten.
 
Auch wenn es oft geschichtliche Umbrüche sind, die kirchlich und gesellschaftlich eine neue Zeit heraufführen, so braucht es doch Menschen, die einen epochalen Wandel begleiten und gestalten. Kardinal Lehmann war für mich ein Brückenbauer in einer Zeit des Übergangs. „Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird“, diese zentrale Botschaft aus dem Evangelium seines Todestages (Joh 3,17) hat der verstorbene Kardinal Zeit seines Lebens vermittelt.  


+Heinz Josef Algermissen, Bischof von Fulda


Der Applaus gehört Gott

Über 300 Jugendliche beim Hosanna-Fest, dem diözesanen Weltjugendtag,

mit Bischof Heinz Josef Algermissen - Torsten Hartung zu Gast


Fulda/Hanau/Marburg/Kassel (bpf). „Vor euch steht ein Mensch, der einen Mord geplant und ausgeführt hat.“ Als Torsten Hartung diesen Satz auf der Bühne des Marianums sagt, herrscht bei den Anwesenden betretenes Schweigen. 300 Jugendlichen aus allen Region des Bistum Fulda kamen am Palmsonntag anlässlich des diözesanen Weltjugendtages in Fulda zusammen. Sie machten sich bei ihren Hosanna-Fest Gedanken zum Thema: „Radikal mutig“. Dabei stand die Frage im Mittelpunkt, was in den Augen Gottes mutig in dieser Welt ist.


Wie anders diese Kategorien bei Gott sind, daran erinnerte Bischof Heinz Josef Algermissen bereits am Vormittag bei der Palmweihe in der Fuldaer Michaelskirche: „Christus ist ein ganz anderer König, der nicht mit einem Schlachtross, sondern mit einem jungen Esel nach Jerusalem einreitet“, so Algermissen. Inmitten des Jugendkathedralchores unter der Leitung von Domkapellmeister Franz-Peter Huber ermutigte er die jungen Gläubigen, in die biblischen Texte der Kar- und Ostertage als geistliche Übung einzutauchen. „Wenn wir die ganze Woche als Wiederholung verstehen, führt das zur Abflachung und es passiert im Herzen nichts“, sagte der Bischof. „Wir müssen es anders versuchen: Wo sind wir und wo komme ich in den Texten vor?“ Nur so könne Gott am Kreuz vorbei zum Licht der Osternacht führen. Nach der Palmweihe zogen die Gläubigen mit Bischof Heinz Josef Algermissen und Weihbischof Karlheinz Diez über den Domplatz durch das Mittelportal des Domes ein. Dabei trugen die Jugendlichen in Erinnerung an den biblischen Text Palmzweige in den Händen. Mit einem Jugendkreuz, den Verbands- und den Landesfahnen wiesen sie auf den Weltjugendtag hin, der weltweit in den katholischen Bistümern am Palmsonntag begangen wird.


Auf der Bühne im Marianum Fulda begrüßte Jugendpfarrer Alexander Best die große Zahl der Jugendlichen. Stolz verkündete er, dass das Bistum Fulda mit über 130 angemeldeten Jugendlichen derzeit die größte deutsche Gruppe für den großen Weltjugendtag mit Papst Franziskus in Panama ist. Für die Wallfahrt im Januar 2019 gäbe es noch 15 freie Plätze, die aber nach dem gestrigen Palmsonntag auf ein paar wenige zusammengeschrumpft sein dürften. Denn ein Infostand zum Weltjugendtag in Form einer Strandbar machte Werbung, so dass einige unentschlossene Jugendliche Mut fassten und sich anmeldeten.


Ein Zeugnis für negativen Mut auf krimineller Ebene legte zunächst der Stargast Torsten Hartung beim Bühnenprogramm ab: Er baute in seiner Vergangenheit einen Autoschieberring zwischen Deutschland und Osteuropa auf. Der Weg dahin führte durch eine grausame Kindheit mit massiven Prügelattacken und Schuldvorwürfen seiner Eltern. Nach einem miterlebten Selbstmordversuch der Mutter erkannte er: „Da zerbrach mein Urvertrauen.“  Er wechselte schließlich von der Opfer- auf die Täterseite. Nach verschiedenen Gewaltdelikten arbeitete er sich zum Kopf eines Autoschieberrings mit 54 Personen hoch. „Da musst du eine Atmosphäre der Angst verbreiten, dass die Gemeinschaft zusammenhält“, so Hartung. Ein Mord an einem Komplizen sicherte ihm diese Stellung. Trotzdem fühlte er sich unglücklich und hielt bis zu diesem Zeitpunkt Christen für „Spinner“.


Diese Sicht änderte sich nach seiner Verhaftung. Als Straftäter ringt er mit dem „Wohin“ mit seiner Schuld. „Diese Frage kann dir auch in 22 Jahren Gefängnis kein Psychologe beantworten“, so Hartung. Tief berührt lauschten die Jugendlichen seinen Worten, wie er eines Tages sich mit Blick auf das Fensterkreuz seiner Zelle an einen Jesus-Film erinnert. Jesus habe auch eine zweite Chance bekommen, so seine Gedanken. In dem Moment begann Hartung Jesus sein ganzes Leben zu erzählen und um eine neues Leben zu flehen. „Und dann hörte ich die Stimme: Ich weiß“, sagte Hartung. Seit diesem Moment sei er sich der Existenz Gottes sicher.


Acht Jahre nach dem Mord ließ Torsten Hartung sich katholisch taufen und gestand in seiner Haftzeit vor einem Schwurgericht seine Taten. „Ich hatte durch Gott Vergebung erfahren. Seine Barmherzigkeit und Liebe schenkte mir ein neues Leben. Deshalb gehört aller Applaus Gott“, so Hartung. Er hilft heute straffälligen Jugendlichen, damit sie einen Weg in Schule und Lehre finden. Zum Abschluss ermutigte er die Jugendlichen, sich intensiv der Frage nach ihrem Glauben zu stellen. „Vertraut auf Gott und öffnet euch für seine Allmacht und Liebe“, sagte Torsten Hartung zum Abschluss seines Vortrags im Bühnenprogramm.

Im Rahmen des Bühnenprogramms, bei dem auch Weihbischof Karlheinz Diez anwesend war, nahm Bischof Heinz Josef Algermissen das Jugendkreuz des Bistums wieder in Empfang. Es war für ein Jahr in der katholischen Pfarrei Ebersburg-Ried unterwegs. Valentin Böhm aus Ried berichtete begeistert vom Kreuzweg am Karfreitag, wo das große schlichte Holzkreuz genauso eine wichtige Rolle spielte wie auch bei einer Fahrradwallfahrt. Verbunden mit der Bitte des Bischofs, den Gekreuzigten und Auferstanden froh in ihrer Gemeinde zu verkündigen, übergab der Bischof das Kreuz an Jugendliche der katholischen Kirchengemeinde Hattenhof.


Mit Musik Band „Syndikath“ aus Limburg endete das Bühnenprogramm und die Zeit mit verschiedenen Angeboten begann. Einige Jugendliche brachen auf und überbrachten Palmsträuße mit einem Gruß des Bischofs in Krankenhäuser und Altenheime Fuldas. Andere nutzen das kreative Angebot zum Gestalten von Osterkerzen. Darüber hinaus informierten einige sich über das ökumenische Netzwerk Fuldas „all-for-one“. Stadtpfarrer Stefan Buß berichtete von seiner Leidenschaft über das Pilgern. Andere genossen bei Kaffee und Kuchen den strahlenden Sonnenschein.


Mit einem Gebetsabend unter musikalischer Begleitung der Band „Exhalation“ aus Petersberg Steinau-Steinhaus endete das Hosanna-Fest. Kaplan Michael Sippel aus Bad Soden-Salmünster erinnerte in seinem Impuls an den Mut Mariens, sich auf Gott einzulassen. Dazu sei eine persönliche Beziehung zu Jesus wichtig, die für jeden Menschen unterschiedliche Schwerpunkte haben könne.

Für Kevin Preisendörfer aus Kilianstädten bei Hanau war es das erste Hosanna-Fest: „Ich fand die Lebensgesichte von Torsten Hartung beeindruckend, weil anders als andere Straftäter mit Gott den Ausstieg aus der Kriminalität geschafft hat“, so der 15jährige. Für Jugendpfarrer Alexander Best und sein Team war der Tag ebenso ein großer Erfolg. „Ich freue mich, dass in diesem Jahr so viele Jugendliche nach Fulda gekommen sind. Die gute Stimmung, die vielen herzlichen Begegnungen und die intensive Gebetsatmosphäre am Abend lassen mich froh und mutig auf den Weltjugendtag nach Panama blicken.“ Dazu ist eine Anmeldung noch bis zum 31.05.2018 möglich.


Weitere Informationen unter www.jugend-bistum-fulda.de.


Sebastian Pilz


500 Jahre Kugelkirche

Bischof Algermissen bei Kirchenjubiläum in Marburg

 

Marburg (bpf). Bischof Heinz Josef Algermissen wird am Sonntag, 28. Mai, um 10.30 Uhr aus Anlass des 500-jährigen Jubiläums der Kugelkirche ein Pontifikalamt in der Pfarrkirche St. Johannes Ev. (Kugelkirche) in Marburg feiern. Es kommt die Trinitatismesse von W. A. Mozart mit Chor und Orchester zur Aufführung. Im Anschluss an das Pontifikalamt findet ein Festakt statt. Das Jubiläum der Kugelkirche wird vom 25. bis 28. Mai mit verschiedenen Veranstaltungen begangen.


Politikstil der Gewaltfreiheit einüben – Weltfriedensordnung und Vereinte Nationen stärken

 Erklärung des pax christi-Präsidenten Bischof Heinz Josef Algermissen, Fulda,
zum 72. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Nationalsozialismus und Krieg am 8. Mai 1945

 

Durch friedliche Mittel und nach den Grundsätzen der Gerechtigkeit und des Völkerrechts alle internationalen Streitigkeiten beizulegen, war die Entscheidung der Völker nach dem Zweiten Weltkrieg. Auf diese zukunftsweisende Transzendierung der grausamsten Gewalterfahrung der Weltkriege, die mit der Charta der Vereinten Nationen gelang, schaut die internationale katholische Friedensbewegung pax christi anlässlich des Gedenkens der Erlösung Deutschlands von Krieg und von der NS-Schreckensherrschaft am 8. Mai 1945 mit Hochachtung zurück. Der 8. Mai mahnt uns auch an die gemeinsame Verantwortung für dieses bisher uneingelöste Versprechen.

 

Die Gewaltfreiheit zu unserem Lebensstil zu machen, dazu hat uns Papst Franziskus in seiner Botschaft zum fünfzigsten Weltfriedenstag im Januar 2017 aufgerufen. Der Heilige Vater erinnert das Evangelium von der Feindesliebe (Lk 6,27ff), das Papst Benedikt XVI im Angelus vom 18. Februar 2007 als die Magna Charta der christlichen Gewaltlosigkeit bezeichnet. Die christliche Gewaltfreiheit „besteht nicht darin sich dem Bösen zu ergeben […], sondern darin, auf das Böse mit dem Guten zu antworten (Röm 12,17-21), um so die Kette der Ungerechtigkeit zu sprengen.“

 

Indes leben wir in einer Zeit der Gewalt, der Hungersnöte in Afrika, der Kämpfe in Syrien und der Ukraine. Das bereits Jahrzehnte währende Scheitern eines Friedens in Israel und Palästina, die vielen Bürgerkriege und Kriege, die Millionen Menschen in die Flucht treiben, bringen höchste Gefahr, die nicht verdrängt werden darf.

Wir erleben, wie das Bestreben der Vereinten Nationen beschädigt wird. Durch militärische Koalitionen wurde der Gewalt Vorrang gegeben; dabei wurden Zerstörungen angerichtet, die neue Gewalt und Gewalttäter geschaffen haben. Beispiele dafür sind die Kriege im Irak und Afghanistan.

Wir wissen, dass auch unser Lebensstil und die Politik unseres Landes mit zu den ungerechten internationalen Wirtschaftsstrukturen und zur Klimakatastrophe beitragen.

Wir sehen die Konflikte verschärfende, Not und Leiden verstärkende Bedeutung des Waffenhandels.

Wir wissen um die Gefahren atomarer Abschreckung und der unverantwortlichen Rüstungsspiralen der Militärbündnisse.

 

Auf der Suche nach kreativen Schritten, wie Konflikte, die zum Zusammenleben der Menschen dazugehören, friedlich und ohne Waffen und Gewalt bearbeitet werden können, geht pax christi den Weg der aktiven Gewaltfreiheit. Das bedeutet niemals Passivität oder Wegschauen, wenn Menschen bedroht werden. Zu den Herausforderungen unseres Friedensengagements gehört es, die Ziele der Vereinten Nationen zu fördern, friedliche Schlichtung aller Streitigkeiten und Verzicht auf Gewaltanwendung zu gewährleisten, die Gleichheit und nationale Souveränität aller Staaten zu achten.

 

Zum Gedenken an den 8. Mai 1945 gehört deshalb auch die Erinnerung an den Mut und die Gestaltungskraft derer, die nach dem Zweiten Weltkrieg eine Weltfriedensordnung auf dem Wege der Zusammenarbeit schaffen wollten. Sie waren entschlossen, künftige Geschlechter vor der Geißel des Krieges zu bewahren. Möge in uns allen das Vertrauen wachsen, dass internationale Streitigkeiten auf dem Weg der Vernunft, durch auf Recht, Gerechtigkeit und Gleichheit gegründeten Verhandlungen gelöst werden können. Das Überleben der Menschheit hängt entscheidend davon ab, die bestehenden Konflikte zu beenden und dabei auf Abschreckung und tödliche Gewalt zu verzichten. Wer das Ziel erreichen will, muss einen Schritt tun und sollte nicht auf der Stelle treten.

Die katholische Friedensbewegung pax christi wird sich niemals mit dem Skandal abfinden, den das Zweite Vatikanische Konzil in seiner Pastoralkonstitution „Gaudium et Spes“ zur Sprache brachte: „Während man riesige Summen für die Herstellung immer neuer Waffen ausgibt, kann man nicht genügend Hilfsmittel bereitstellen zur Bekämpfung all des Elends in der heutigen Welt“ (GS 81). In der Konsequenz dessen: „Mitten in einer Welt voll Krieg und Gewalt kann die Kirche nicht als Sakrament des Friedens wirken, wenn sie sich anpasst“ („Gerechter Friede“, Wort der deutschen Bischöfe vom 27.09.2000).

 

Berlin/Fulda, 3. Mai 2017

                                                                                          + Heinz Josef Algermissen

                                                                           Präsident von pax christi Deutschland

                                                                                              Bischof von Fulda 


Bischof Algermissen gratuliert neuem Bischof von Mainz

Fulda (bpf). Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen hat dem neuernannten Bischof von Mainz, Prof. Dr. Peter Kohlgraf, zu seiner Ernennung durch Papst Franziskus in einem persönlichen Schreiben gratuliert. „Ich freue mich sehr mit Ihnen über diese ehrenvolle Ernennung und möchte Ihnen vor allem anderen Gottes Segen wünschen“, schreibt Algermissen. Durch die große Gestalt des heiligen Bonifatius seien die Diözesen Mainz und Fulda eng miteinander verbunden. Bonifatius habe mit großem persönlichen Einsatz das Evangelium Jesu Christi und die Botschaft der Auferstehung verkündet und sich unermüdlich dafür eingesetzt, dass Menschen zur Fülle des Lebens finden. „Er erinnert uns an unsere Sendung, das Evangelium glaubwürdig zu bezeugen und in Wort und Tag zu verkünden“, so der Fuldaer Oberhirte, der seinem künftigen Mainzer Amtskollegen Kraft und Mut für seine neue Aufgabe wünscht. 


Weihbischof Diez weiht vier Diakone

Fulda (bpf). Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez wird am Samstag, 6. Mai, im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes um 10 Uhr im Hohen Dom zu Fulda einem Priesteramtskandidaten sowie drei Bewerbern für den Ständigen Diakonat die Diakonenweihe spenden. Der Weihekandidat für das Priesteramt ist André Lemmer aus der Pfarrei St. Hubertus in Mardorf. Die drei Weihekandidaten für den Ständigen Diakonat sind Wojciech Gofryk aus der Pfarrei St. Georg in Großenlüder, Dr. Stefan Ohnesorge aus der Pfarrei St. Georg und St. Nikolaus in Limburg und Ewald Vogel aus der Pfarrei St. Simon und Judas in Hosenfeld-Blankenau.


Ehe als Bund und Sakrament gut für die Menschen unserer Zeit

Fastenhirtenbrief von Bischof Heinz Josef Algermissen

 

Fulda/Hanau/Kassel/Marburg (bpf). „Es ist ja nicht irgendeine Liebe, sondern die treue, partnerschaftliche, aber mitunter spannungsreiche Liebe zwischen Frau und Mann, die Gott sich erwählt hat, um von seiner Liebe zu uns zu erzählen.“ Dies hebt der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen in seinem diesjährigen Fastenhirtenbrief an die Gemeinden seiner Diözese hervor. Die Liebe der Eheleute wisse sich geborgen in der göttlichen Liebe. In dem Hirtenbrief, den der Oberhirte unter dem Titel „Die Ehe, Bund und Sakrament – gut für die Menschen in unserer Zeit“ verfasst hat, betont er, dass das Zutrauen Gottes der ehelichen Liebe eine Kraft gebe, die nicht aus ihr selbst komme. Der Bischof dankt allen, die die Ehe leben und damit authentisch Zeugnis geben. „Unsere christliche Ehe ist ein Geschenk, gerade auch an die Menschen in der Welt von heute und morgen.“

 

In dem Hirtenbrief, der am Sonntag und in den Vorabendmessen vom Samstag in der ganzen Diözese verlesen wurde, erinnert der Bischof an das Schreiben „Amoris Laetitia“ (»Über die Liebe in der Familie«) von Papst Franziskus aus dem Frühjahr 2016. Viele katholische Christen hätten das Ernstnehmen lebensgeschichtlicher Besonderheiten und der Zerbrechlichkeit des Menschenlebens als Befreiung erlebt. So mahne der Papst, „Urteile zu vermeiden, welche die Komplexität der verschiedenen Situationen nicht berücksichtigen“ und „mit Realismus die Grenzen, die Herausforderungen oder die Unvollkommenheit zu akzeptieren und auf den Ruf zu hören, gemeinsam zu wachsen“. Der Papst stelle die Unauflöslichkeit der gültig geschlossenen Ehe nicht in Frage, betone aber sehr den Prozess der Unterscheidung und Begleitung durch die Kirche im Einzelfall.

 

Bischof Algermissen kommt in seinem Hirtenbrief auf die Herausforderung für die Ehe zu sprechen, die in der Tatsache bestehe, dass die katholischen Trauungen in den letzten 25 Jahren um mehr als die Hälfte zurückgingen, während die Zahl der zivilrechtlichen Eheschließungen in Deutschland nur leichtgefallen sei. Die Lebensform Ehe sei als solche erstaunlich anpassungsfähig. Es zeige sich allerdings auch, dass die Menschen Mehrwert und Eigenart der kirchlich geschlossenen Ehe nach katholischem Verständnis nicht kennten oder nicht schätzten. „Mir scheint, wir haben in den letzten Jahrzehnten zu oft von den Schwierigkeiten gesprochen, die die Ehe fallweise mit sich bringt, und zu wenig davon, dass wir sie für eine überzeugende, zeit- und menschengemäße Lebensform halten“. Aus katholischer Sicht habe die christliche Ehe zwei besonders wichtige Dimensionen: „Sie ist ein Bund und ein Sakrament.“ Die letzten Jahrzehnte der Deregulierungen, der Globalisierung, Technisierung und Mobilisierung hätten die Menschen in eine offene und flexible Weltgesellschaft hineingeworfen, was sowohl Offenheit als auch Angst mit sich bringe. Je komplizierter das Leben sei, desto schwieriger werde es, etwas rückgängig zu machen, was wir im Nachhinein für falsch halten. „Verzeihen zu suchen und zu gewähren trennt uns von den Fesseln des Vergangenen. Ein Versprechen zu geben und es auch gegen Widerstände zu halten, ist das beste Mittel, Zukunft zu gestalten und ihr damit das Beängstigende zu nehmen“, zeigt sich der Oberhirte überzeugt.

 

Versprechen und Verzeihen seien auch die Grundlagen des Bundes Gottes mit seinem Volk in der Bibel, die in der Ehe zwischen Mann und Frau ein Abbild dieses Bundes sehe. „Nach kirchlicher Lehre kommt Gottes Bund im Ehebund von Mann und Frau wirksam zum Ausdruck: Dass Gott zu uns steht, zeigt sich, wenn die Gatten zueinander stehen in gehaltenen Versprechen und im großherzigen Verzeihen.“ Der Bund von Mann und Frau bleibe indes ein Bund unter Menschen, der menschlich und zerbrechlich sei. Bischof Algermissen weist auf die lebenslange Dauer und Zerbrechlichkeit der Ehe hin. Von der Liebe zwischen Menschen werde oft alles erhofft: große Gefühle, großes Glück und zwar für immer. Diese Erwartung sei ein Erbe der Romantik. „Wir wollen diese romantische Liebe leben. Auf Dauer ist das aber mehr, als endliche und zerbrechliche Wesen leisten können“, gibt Algermissen zu bedenken. Die Ehe als Sakrament, wie Katholiken sie verstünden, leugne romantische Sehnsüchte nicht. Aber sie sei ein klares Statement gegen die Übersteigerungen und Zumutungen romantischer Liebe. „Die Sakramentalität der Ehe bedeutet: Die eheliche Liebe ist sich selbst nicht genug, ist nicht nur auf sich bezogen und mit sich selbst beschäftigt. Sie wird zum Zeichen für Gottes Liebe zum Menschen.“ Das relativiere die eheliche Liebe. „Diese Liebe ist nämlich nicht absolut und nicht göttlich. Die absolute göttliche Liebe bildet sie lediglich ab.“ Ein solches Eheverständnis sei ein gutes Gegenmittel gegen die Überforderung, alles Glück und alle Erfüllung von einer zerbrechlichen Liebe zu erwarten, die gerade unter einem solchen Erwartungsdruck zerbrechen könne.

 

Man müsse sich auch fragen, ob man in der eigenen Begrenztheit Kindern das geben könne, was sie wirklich brauchen, und wie man sie vor all den Gefahren schützen könne, die es in der Welt gebe. Die sakramentale Ehe helfe Eltern bei allen Fragen zum Umgang mit den Kindern: „Ihr müsst und könnt das Lebensglück nicht ‚bewerkstelligen‘, weder euer eigenes, noch das des Partners oder eurer Kinder! Aber Gott hat sich eurer Beziehung in Treue zugesagt. Habt also Vertrauen! Und dieses Vertrauen wird die Wirklichkeit zum Guten verändern!“ Bischof Algermissen zeigt sich überzeugt, dass die sakramentale Ehe der beste Ort für die Liebe zwischen Mann und Frau und für die Liebe zu ihren Kindern ist.

 

Die Menschen seien seit Anbeginn der Schöpfung von der Zerbrechlichkeit geprägt, wie sie im Bild von der Formung aus „Erde vom Ackerboden“ zum Ausdruck komme. Der Zusammenhang von Größe und Zerbrechlichkeit, Würde und Schutzbedürftigkeit des Menschen sei ihm stets ein Anliegen gewesen, so der Bischof weiter. „So habe ich meinen andauernden Einsatz für die ungeborenen und die sterbenden, aber auch für die vom Krieg bedrohten Menschen verstanden.“ In diesem Hirtenbrief gehe es um eine andere Zerbrechlichkeit: jene, die „wir als Beziehungswesen mitbringen“. Liebesbeziehungen seien „nie harmlos“, was man auch vom Leben überhaupt sagen könne. „Der sakramentale Ehebund ist eine Lebensform derer, die das verstanden haben“, schreibt Bischof Algermissen.

 

Der Hirtenbrief wird am 12. März vollständig im „Bonifatiusboten“ abgedruckt und ist ab Samstag, 4. März, im Internet unter www.bistum-fulda.de abrufbar. Ferner besteht die Möglichkeit, einen Tonträger mit dem Hirtenbrief über die Bischöfliche Presse stelle, Paulustor 5, 36037 Fulda, Tel. 0661/87-355, Fax 0661/87-568, E-Mail: presse@bistum-fulda.de , zu beziehen. 


 

Haushalt des Bistums Fulda 2017

Diözesan-Kirchensteuerrat verabschiedete Haushalt –

zugleich Geschäftsbericht 2015 vorgelegt

 

Fulda/Hanau/Kassel/Marburg (bpf). Der Kirchensteuerrat des Bistums Fulda hat auf seiner jüngsten Sitzung den Haushalt 2017 für das Bistum verabschiedet. Mit 140,1 Millionen Euro liegen die geplanten Aufwendungen rund 12,1 Millionen Euro unter dem Ansatz des Jahres 2016. Die Planungen für 2017 gehen von Erträgen in Höhe von 141 Millionen Euro aus, davon 110 Millionen aus der Kirchensteuer. Da der Finanzaufwand (16,1 Millionen Euro) höher ist als die Finanzerträge (8,9 Millionen Euro), ist das Ergebnis der Geschäftstätigkeit insgesamt mit -6,4 Millionen Euro negativ. Zugleich wurde der Jahresabschluss für das Haushaltsjahr 2015 mit einem Bilanzvolumen in Höhe von 634,9 Millionen Euro genehmigt. Einen ausführlichen Geschäftsbericht hatte das Bistum erstmals im vergangenen Juli für das Haushaltsjahr 2014 vorgelegt, da die sogenannte Kameralistik auf die doppelte Buchführung umgestellt worden war. Der Jahresüberschuss 2015 beträgt 8,3 Millionen Euro. Nach Zuführung und Entnahme aus den Rückstellungen ergibt sich ein Bilanzgewinn von 0 Euro. Die Differenz wurde auf Beschluss des Kirchensteuerrats den Rücklagen für Pensionen zugeführt. Dem Kirchensteuerrat, der sich aus gewählten ehrenamtlichen Mitgliedern aus dem gesamten Bistumsgebiet zusammensetzt, obliegt seit seiner Gründung im Jahre 1972 die Beschlussfassung über den Haushalt der Diözese, seit 2014 auch über den Jahresabschluss. Vorsitzender des Gremiums ist Philipp Zmyi-Köbel (Schwalmstadt), stellvertretender Vorsitzender Dr. Joachim Hein (Fulda).

 

Kirchensteuer Hauptsäule der Finanzierung – Personalkosten Schwerpunkt der Aufwendungen

In der Sitzung legte der Leiter der Finanzabteilung im Bischöflichen Generalvikariat, Finanzdirektor Gerhard Stanke, dar, dass die maßgebliche Säule bei der Finanzierung des Bistums das Kirchensteueraufkommen sei (rund 78 Prozent der Erträge des Bistums). Der Finanzdirektor gab zu bedenken, dass trotz dynamischer Steuerentwicklung bei Bund und Ländern erstmals seit 2010 wieder mit einer Stagnation des Kirchensteueraufkommens zu rechnen sei. „Dieser Trend wird sich in den nächsten Jahren fortsetzen. Im Zuge des Bistumsprozesses 2030 wird es ab Anfang des kommenden Jahrzehnts zu starken Einsparungen kommen müssen“, so Stanke. Das niedrige Zinsniveau bewirke zudem, dass das Bistum in den nächsten Jahren Gefahr laufe, einen Realverlust an Vermögen zu erleiden. Die Ersatzschulfinanzierung (Zahlungen des Landes und der Landkreise an freie Schulträger) betragen 2017 rund 10,7 Millionen Euro, die Staatsleistungen für die Belange des Bistums wie in der Vorjahresschätzung 8,76 Millionen Euro. Rund 42 Prozent aller Erträge müssen für den Personalaufwand bereitgestellt werden (58,6 Millionen Euro). In den Bistumshaushalt 2017 wurde wieder eine Position für die Flüchtlingsarbeit in Höhe von einer Million Euro aufgenommen.

 

Wie der Sprecher des Haushaltsausschusses, Hans-Joachim Frohnapfel (Fulda), ausführte, müsse man für die Richtung, in die sich die Finanzpolitik der Diözese entwickle, die Inkraftsetzung der Strategischen Ziele des Bistums Fulda im kommenden Jahr abwarten. Nicht nur die Kirchensteuereinnahmen verschlechterten sich, sondern auch die sonstigen Erträge seien niedriger, wohingegen die Personalkosten deutlich stiegen. Der Jahresfehlbetrag von 6,4 Millionen Euro bedeute gegenüber dem Ergebnis von 2015 eine Verschlechterung um 14,4 Millionen Euro, bezogen auf die Planung für 2016 eine Verbesserung um 4,8 Millionen Euro.

 

Der Investitionsplan des Bistums für 2017 hat ein Volumen von 4,1 Millionen Euro. Neben den Ersatzbeschaffungen stechen als große Einzelmaßnahmen die Generalsanierung des Lehrerstützpunkts in der Stiftsschule St. Johann in Amöneburg mit 1,9 Millionen Euro sowie die Kernsanierung zweier Wohn- und Geschäftshäuser in der Fuldaer Innenstadt mit 1,3 Millionen Euro hervor.

 

Kirchliches Personal muss Botschaft Jesu Christi in die Welt bringen

Bischof Heinz Josef Algermissen, der wieder persönlich an der Sitzung des Kirchensteuerrats teilnahm, dankte dem Kirchensteuerrat und den Abteilungen des Bischöflichen Generalvikariats für ihren Einsatz für die Kirche und betonte, dass sich gerade auch die Mitarbeiter des Bistums und der Verbände darin hervortun müssten, das Evangelium Jesu Christi in die Welt hinein zu verkünden. Der Bischof sprach dem scheidenden Rechtsdirektor Dr. Albert Post, der viele Jahre Mitglied des Kirchensteuerrats gewesen ist, seinen besonderen Dank für die kompetente Mitarbeit als Geschäftsführer des Gremiums aus.

 

Ausführliche Informationen zu den Gliederungen des Haushaltsplans 2017 und des Finanzberichts 2015 finden Sie im Internet:



Barmherzigkeit und Liebe

Pontifikalamt mit Bischof Algermissen im Dom zum Abschluss des Hl. Jahres


Fulda (bpf). „Barmherzigkeit und Liebe sind der Grund dafür, dass der Richter Jesus Christus auch unser Retter sein wird.“ Dies unterstrich Bischof Heinz Josef Algermissen am Christkönigssonntag zum Abschluss des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit im Hohen Dom zu Fulda. „Wir haben Anspruch auf ein wahres und gerechtes Urteil – worauf wir indes keinen Anspruch haben und was uns gleichwohl von Jesus Christus im ‚Jüngsten Gericht‘ geschenkt wird, sind Liebe und Barmherzigkeit“, betonte der Oberhirte. Damit würden Wahrheit und Gerechtigkeit nicht aufgehoben, aber das Leben der Menschen doch in einen größeren Zusammenhang gestellt.

 

Zu Beginn seiner Festpredigt erinnerte der Oberhirte an Michelangelos geniales Gemälde vom Jüngsten Gericht in der Sixtinischen Kapelle und fragte: „Muss man sich das wirklich so vorstellen, dass wir gleichsam als wehrlose Angeklagte aus den Gräbern herausgezerrt werden, zitternd vor dem allmächtigen Richter stehen und warten müssen, bis das ewige und endgültige Urteil über uns ergeht?“ Problematisch an solchen Vorstellungen sei, dass sie geprägt seien von den menschlich-irdischen Formen der Rechtsfindung und Rechtsprechung. Aber alles menschliche Urteilen und Richten bleibe nun einmal unvollkommen und fehlerhaft. Das „Endgericht“ könne dagegen nicht mit irdischen Vorstellungen gezeichnet werden.

 

Jesus Christus habe im 25. Kapitel des Matthäus-Evangeliums den Maßstab genannt, wonach das Leben der Menschen beurteilt werde: nach dem Verhalten dem Nächsten gegenüber. „Maßstab ist das, was wir nach Auskunft des Evangeliums für unsere Schwestern und Brüder getan oder nicht getan haben.“ Die Menschen selbst richteten sich durch ihre Taten oder Unterlassungen, gab der Bischof zu bedenken. „Mit allem, was wir aus freier Entscheidung tun oder nicht tun, entscheiden wir selber, auf welche Seite wir gehören.“ Oft fühle man, dass hinter den eigenen guten Taten Eitelkeit, Erfolgsstreben oder Berechnung stünden. Letztendlich könne niemand sich selbst zutreffend und abschließend beurteilen. „Wenn wir Jesus Christus, der seine Macht und sein Königtum im Moment der Erniedrigung offenbart und so für die Wahrheit Zeugnis ablegt, am Ende der Zeit begegnen, wird er uns wissen lassen, wer wir waren und wer wir sind. Dann wird über unser aller Leben ein vollkommen zutreffendes Urteil gesprochen.“


Steffen Flicker erneut Vorsitzender des Katholikenrates

Bischof Algermissen: „Vielen Dank, dass Sie bereit sind, heute neu anzufangen!“

 

Fulda, Geisa, Hanau, Kassel, Marburg (mz) Mit seiner konstituierenden Sitzung im Fuldaer Bonifatiushaus hat der neu gewählte Katholikenrat am vergangenen Wochenende seine Arbeit aufgenommen. Steffen Flicker (Fulda) wurde mit großer Mehrheit zum Vorsitzenden des Katholikenrates, Mechthild Struß aus Bad Hersfeld zur neuen stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Weitere Vorstandsmitglieder sind Thomas Ebert (Fulda), Matthias Golla (Fuldabrück), Christoph Heigel (Fulda), Beate Müller (Gelnhausen), Egon Schütz (Geisa).

 

Das gegenseitige Vertrauen hob der neugewählte Katholikenratsvorsitzende Steffen Flicker als Basis für eine gute Zusammenarbeit hervor. Er dankte allen Katholikenratsmitgliedern für ihre Kandidatur für das oberste Laiengremium der Diözese und rief auf, aus einem guten respektvollen Miteinander heraus gemeinsame Positionen zu entwickeln und für Glauben und Kirche Flagge zu zeigen.

Steffen Flicker betonte in seiner Rede: "Viele Menschen reagieren zunehmend mit Verunsicherungen und Sorge auf tiefgreifende Veränderungen in Politik und Gesellschaft". Es gebe Menschen, die sich angesichts einer globalisierten Wirtschaft und einer digitalisierten Welt "abgehängt" und verloren fühlten. Manche von ihnen artikulierten diese Ängste auch mit drastischen Äußerungen in den sozialen Netzwerken des Internet. Viele von ihnen suchten nach Orientierung und Halt. Es sei Aufgabe des neugewählten Katholikenrates, die Sorgen und Nöte dieser Menschen in den Blick zu nehmen, diese ernstzunehmen und in der inhaltlichen Arbeit des Laiengremiums darauf einzugehen, forderte der wiedergewählte Vorsitzende des Katholikenrates.  

Flicker kündigte an, dass sich der neu gewählte Katholikenrat in der neuen Amtsperiode verstärkt in politische Debatten einschalten werde. "Wir werden gemäß unserem Auftrag als Katholikenrat mit neuen Initiativen in Politik und Gesellschaft hineinwirken". Insbesondere gelte dies im Vorfeld der in 2017 anstehenden Bundestagswahl.

Im Hinblick auf die innerkirchliche Arbeit des Laiengremiums machte Flicker deutlich, dass man sich auch in den kommenden vier Jahren aktiv am "Bistumsprozess 2030" mit konstruktiven Beiträgen beteiligen werde. "Wir werden hier weiterhin die Perspektive der durch Taufe und Firmung zur Mitgestaltung der Pastoral berufenen Laien einbringen". Fortsetzen wolle der neue Katholikenrat dabei die begonnene Kooperation und den Austausch mit dem Priesterrat. Flicker verwies in diesem Zusammenhang auf das gemeinsam von Katholikenrat, Priesterrat und hauptamtlichen Laien im pastoralen Dienst ausgerichtete Zukunftskonvent zur künftigen Ausgestaltung der pastoralen Arbeit. Als Folgeveranstaltung des Auftakttreffens in diesem Jahr findet am Samstag, 4. März 2017 das 2. Zukunftskonvent in Fulda statt.

 

In seiner Rede dankte der Bischof dem ausscheidenden Vorsitzenden für sein außerordentliches kirchliches Engagement „Vielen Dank, dass sie bereit sind, heute neu anzufangen!“ Mit diesen Worten begrüßte Bischof Algermissen die neu gewählten Katholikenratsmitglieder. Er bitte den Katholikenrat ihn zu begleiten in der letzten Spanne der Amtszeit. Er erwarte von den Katholikenratsmitgliedern, dass sie miteinander einen guten Weg gehen, aufeinander hören, ihre Argumente auf den Tisch legen und unter Gottes Führung am Ende Vorschläge erarbeiteten, die dem Bistum wirklich dienen. Es sei Aufgabe des Katholikenrates, kompetent auf die Entwicklungen in Welt und Gesellschaft zu antworten und für die Kirche von Fulda in diese Welt hineinzusprechen. Als Beispiele nannte der Bischof die Diskussion um den Schutz des Sonntags, bioethische Fragen, wie zum Beispiel Klonierung, Pränataldiagnostik und assistierten Suizid und den kürzlich in Hessen veröffentlichten Lehrplan zur Sexualerziehung für allgemeinbildende und berufliche Schulen. Er ermutigte den Katholikenrat, sich für die pastorale Entwicklung des Bistums einzusetzen und forderte den Katholikenrat in diesem Zusammenhang auf, das Wort der Bischöfe „Gemeinsam Kirche sein“ als Leitfaden für die nächsten vier Jahre zur Hand zu nehmen. Dieser Text müsse Wirklichkeit ändern, so der Bischof.  

 

Im Anschluss wählte der Katholikenrat Adolfo Russo (Hanau), Anda Skreblin (Kassel) als Delegierte der Gemeinden anderer Muttersprachen als Vertreter der katholischen Hochschulgemeinden hinzu.

Nach der Eucharistiefeier mit Bischof Algermissen fanden am Samstag die weiteren Wahlen für die Gremien des Katholikenrates statt.  

 

Rudolf Amert (Fritzlar) und Susanne Köbel (Stadtallendorf) werden den Katholikenrat in der nächsten Amtsperiode in der Landesarbeitsgemeinschaft der Katholiken im Land Hessen (LAG) vertreten. In das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) wurden gewählt Bettina Faber-Ruffing (Flieden), Steffen Flicker (Fulda) und Marcus Leitschuh (Kassel).

 

Als Delegierte in die Schlichtungsstelle für Pfarrgemeinderäte werden in der kommenden Amtsperiode tätig sein Norbert Bug (Künzell) und Dr. Klaus Isert (Eiterfeld). Petra Peh (Fulda) wurde in das Kuratorium des Bonifatiushauses entsandt.

 

Die inhaltliche Arbeit startet der Katholikenrat mit einem Klausurtag im kommenden Januar. 

Fulda, 15. November 2016


Fuldaer Professoren zu Beratern der Bischofskonferenz ernannt

Fulda (bpf). Prof. Dr. Cornelius Roth, Ordinarius für Liturgiewissenschaft und Spiritualität an der Theologischen Fakultät Fulda, wurde von der diesjährigen Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz zum Berater für die Liturgiekommission berufen. Der ehemalige Regens des Priesterseminars, der auch für die liturgische Ausbildung im gemeinsamen Pastoralkurs von Fulda, Erfurt und Paderborn verantwortlich ist, wurde zum ersten Mal in dieser Funktion in eine Kommission berufen. Die Kommission V beschäftigt sich mit allen Fragen um die Liturgie und ist derzeit besonders mit der Vorbereitung von Neuauflagen wichtiger liturgischer Bücher der Kirche, insbesondere des Römischen Messbuchs, befasst. Sie berät aber auch über alle anderen Fragen der Gottesverehrung in der Liturgie.

 

Prof. Dr. Rupert Scheule, Ordinarius für Moraltheologie und Christliche Sozialwissenschaft an der Theologischen Fakultät Fulda, wurde von der diesjährigen Herbstvollversammlung der Deutschen Bischofkonferenz erneut zum Berater berufen. Der 46-jährige Familienvater und Wissenschaftler, der auch das Katholisch-Theologische Seminar an der Universität Marburg leitet, war bereits seit 2011 beratendes Mitglied der Kommission XI für Ehe und Familie; er wurde in dieser Funktion nun für eine zweite Amtszeit bestätigt. Die Kommission XI der Bischofskonferenz befasst sich mit allen theologischen, soziologischen und politischen Fragen des Ehe- und Familienlebens von der Ehevorbereitung über die Kindererziehung bis hin zum Umgang mit zerbrochenen Ehen. Hierzu erarbeitet sie Empfehlungen für die deutschen Bistümer, aber auch Stellungnahmen, die sich an die Politik richten. 



 

Katholische Anmerkungen zum Reformationsgedenken 2017

„Wort des Bischofs“ zum Sonntag, 30. Oktober 2016



Brisante Situation der deutschen Bundeswehr

Bischof Algermissen bei „Fuldaer Gesprächen“ der Soldatengesellschaft im Bonifatiushaus

 

Fulda (bpf). „Die Bundeswehr ist eine demokratische Armee, da sie parlamentarisch kontrolliert wird, aber in den letzten Jahren ist sie von einer Verteidigungsarmee in eine Einsatzarmee umgewandelt worden – das ist für die Soldaten brisant und gefährlich, denn bei diesen Einsätzen im Ausland müssen sie gegebenenfalls auch töten.“ Auf diese veränderte Situation der deutschen Bundeswehrsoldaten hat Bischof Heinz Josef Algermissen jüngst im Bonifatiushaus in Fulda hingewiesen. Der Oberhirte äußerte sich im Rahmen einer Podiumsdiskussion zum Thema „Im Spannungsfeld von Verteidigung, Konfliktbewältigung und Ethik: Soldat sein heute“, an der er in seiner Eigenschaft als Präsident der deutschen Sektion der katholischen Friedensbewegung „Pax Christi“ teilnahm. An dem Akademieabend, wirkten des Weiteren Privatdozent Dr. Fritz Felgentreu MdB (Berlin), Mitglied des Verteidigungsausschusses, Oberst Prof. Dr. Winfried Heinemann (Potsdam), Historiker, Prof. Dr. Knut Krusewitz (Fulda), Umwelt- und Friedensforscher, und Privatdozent Dr. Dieter Krüger (Potsdam), Historiker, mit. Bundestagsabgeordnete Birgit Kömpel (SPD) sprach zu Beginn ein Grußwort. Der Abend wurde moderiert vom Direktor des Bonifatiushauses, Diplomvolkswirt Gunter Geiger, und dem Präsidenten der Internationalen Offiziers- und Soldatengesellschaft e. V., Hauptmann d. R. Günter Wolf (Hünfeld).

 

Die Teilnehmer der Gesprächsrunde betonten, dass die Soldaten der Bundeswehr eine wichtige Rolle in der demokratischen Gesellschaft von heute spielten. Birgit Kömpel verwies auf die positive Rolle der Bundeswehr bei der Not- und Flüchtlingshilfe. Dr. Felgentreu stellte heraus, dass man einen Einsatz der Bundeswehr im Inneren unter den engen Voraussetzungen des Grundgesetzes bei Katastrophenfällen, nicht aber bei rein polizeilichen Aufgaben befürworten könne. Vielmehr gelte es, die jeweilige Landespolizei im Hinblick auf den Terrorismus zu stärken. Oberst Heinemann bejahte das Konzept des „Staatsbürgers in Uniform“ und mahnte für die Bundeswehr das militärische Kerngeschäft an, wobei dem Gewissen und dem Verantwortungsbewusstsein der Soldaten eine hohe Bedeutung zukomme. Auch katholische Soldaten müssten als „Diener des Friedens“ Verantwortung übernehmen. Kritisch wurde die Situation der Bundeswehr von Prof. Krusewitz gesehen, der eine neue Rolle der deutschen Armee beim politischen Wandel in der Welt konstatierte. Das Ziel einer Demokratisierung nach westlichem Muster, auf die die Bundeswehr Einfluss nehme, werfe ethische Fragen auf. Dass es andererseits wieder Bedrohungen in der Welt gebe, die den Auftrag der Bundeswehr beeinflussten, unterstrich Dr. Krüger, gab aber auch zu bedenken, dass sie eine „Armee für alles Mögliche“ geworden sei, z. B. in Afghanistan. Die Aufgabe, eine andere Nation „aufzubauen“, sah er indes als Anmaßung an.

 

Bischof Algermissen erinnerte an den jüngsten Besuch des katholischen Bischofs von Erbil, Bashar Warda, bei der Deutschen Bischofskonferenz, der den Rückgang des Christentums im Irak (von 1,5 Millionen auf heute 200.000) durch Flucht und Vertreibung beschrieben hatte. „Die amerikanische Intervention im Irak hatte dramatische Folgen für die ganze Region – den IS gäbe es ohne diese Intervention nicht!“, unterstrich Algermissen und kritisierte auch den Versuch, in Afghanistan ein westliches Demokratiemodell einzuführen. Deutschland dürfe nicht weiter als Rüstungsverkäufer auftreten und vor allem nicht Länder wie Saudi-Arabien beliefern. „Waffen sind ethisch niemals einwandfrei“, gab er zu bedenken. Während Prof. Krusewitz dem Bischof beipflichtete, betonte Dr. Felgentreu, dass sich die Situation der jungen Menschen in Afghanistan sehr wohl gebessert habe. Oberst Heinemann stellte fest, dass US-Präsident George W. Bush sich auf eine reine Militärpolitik verlassen habe, wohingegen eine ganzheitliche Sicherheitspolitik wesentlich mehr sei als das. Eine erfolgreiche Sicherheitspolitik mit militärischen, politischen und wirtschaftlichen Implikationen lasse sich erfolgreich nicht im nationalen Alleingang, sondern beispielsweise im europäischen Kontext verwirklichen, so Dr. Krüger. Die Gesprächsteilnehmer waren sich einig, dass die Kirche die Soldaten seelsorglich begleiten müsse, vor allem auch in schwierigen persönlichen Situationen wie Traumata und Familienproblemen.


Herbst-Vollversammlung des Katholikenrates zieht Resümee

Abschluss einer arbeitsreichen Amtsperiode

Fulda, Geisa, Hanau, Kassel, Marburg (mz) "Uns kam es darauf an, durch Impulse und Initiativen sowohl in die Politik als auch in unsere Kirche hineinzuwirken. Als bistumsweite Laienvertretung sind für uns beide Dimensionen von entscheidender Bedeutung", so fasst Steffen Flicker, der Vorsitzende des Katholikenrates im Bistum Fulda, die Ergebnisse der zu Ende gehenden Amtsperiode zusammen.

 

Zu den gesellschaftspolitischen Aktivitäten des Laiengremiums führte Flicker vor allem die Beteiligung am Bürgerdialog der Bundesregierung zum Thema "Gut leben in Deutschland" an. Hier übernahm der Katholikenrat die Ausrichtung der zentralen Veranstaltung in Fulda, an der im Sinne eines möglichst breit angelegten Austausches zahlreiche Organisationen, Verbände und Vereinigungen sowohl aus dem kirchlichen als auch aus dem nicht-kirchlichen Bereich teilnahmen. Die Ergebnisse des Bürgerdialogs wurden von zwei Mitarbeitern des Bundeskanzleramtes während der Fuldaer Veranstaltung dokumentiert. Darüber hinaus führte der Katholikenrat Initiativen zum Thema "Flucht und Migration" durch, unter anderem durch einen "Runden Tisch", an dem Vertreter der Kommunalpolitik, der Polizei, der Verantwortlichen von Erstaufnahmeeinrichtungen und Initiatoren von Angeboten einiger Pfarrgemeinderäte im Bistum Fulda teilnahmen. Schwerpunkt waren auch die initiierten interreligiösen Fuldaer Friedensgebete. Außerdem beschäftigte sich der Katholikenrat mit dem von Papst Franziskus verfassten Lehrschreiben "Amoris Laetitia" und führte einen Tag der Pfarrgemeinderäte zum Thema "Kirche der Armen" durch, bei dem das Hauptreferat der ehemalige Bundesfamilienminister Dr. Heiner Geißler hielt. In zehn Themenworkshops setzen sich die Teilnehmer mit Aspekten der Armut auseinander. Ferner setzte sich der Katholikenrat mit den Fragen zur Sterbehilfe auseinander und gab eine Extraausgabe der "Mitteilungen für die Pfarrgemeinderäte" dazu heraus.

 

Kirchenpolitisch stand insbesondere die Beteiligung des Laiengremiums am "Bistumsprozess 2030" an. Erstmals wurde der Katholikenrat in die Beratung sogenannter Kompetenzteams und eines Resonanzgremiums einbezogen.

 

Nach Berichten aus Vorstand, Projektgruppen und Gremienvertretungen diskutierten die Katholikenratsvertreter über die künftige Arbeitsstruktur des Katholikenrates. Die kommende Amtszeit wartet mit wichtigen Aufgaben auf den Katholikenrat. „Vor allem ist die Mitarbeit an den strategischen Zielen des Bistums und die Zukunft der pfarrlichen Gremien vor Ort zu nennen“, so Steffen Flicker. Zum Abschluss der Amtsperiode überreichte Katholikenratsvorsitzender Steffen Flicker den Mitgliedern als Abschiedsgeschenk und Zeichen des Dankes einen Regenschirm mit dem neuen Logo des Rates.

Am Freitagabend hatte Ordinariatsrat Peter Göb einen Bericht zum Stand des von Bischof Algermissen initiierten Rückmeldeverfahrens zu den strategischen Zielen des Bistums Fulda gegeben. Mittlerweile seien über 200 Rückmeldungen eingegangen. Die eingesandten Veränderungsvorschläge reichten von Anmerkungen zur Textverständlichkeit über Ergänzungsvorschläge für Zielgruppen oder Sachgebiete, die in den strategischen Zielen Berücksichtigung finden sollen, bis hin zur Klärung von Unklarheiten, wer welche Umsetzungsverantwortung im Prozessverlauf habe. Außerdem sollten im Textentwurf einige unklare bzw. missverständliche Begriffe deutlicher gefaßt werden.


Bei der Überarbeitung der Textfassung der Strategischen Ziele wolle man zudem den Zusammenhang zwischen den Grundsätzen für die Ausrichtung der Pastoral und den strategischen Zielen des Bistums klarer herausstellen. Die endgültige Fassung der Ziele solle im Laufe des kommenden Jahres Bischof Algermissen zur Unterzeichnung vorgelegt werden.


Fulda, 27. September 2016


Bischof Algermissen gratuliert neuem Bischof von Aachen

Fulda (bpf). Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen hat dem neuen Bischof von Aachen, dem Trierer Weihbischof Dr. Helmut Dieser, zu seiner Ernennung durch Papst Franziskus in einem persönlichen Schreiben gratuliert. „Ich freue mich sehr mit Dir über diese ehrenvolle Ernennung und möchte Dir vor allem anderen Gottes Segen wünschen“, schreibt Algermissen. Für seine neue Aufgabe wünschte er Dieser Kraft und Mut. 


Weihbischof Kapp begeht 40-jähriges Bischofsweihejubiläum

Fulda/Hofgeismar (bpf). Am Sonntag, 25. September, begeht Weihbischof Johannes Kapp (87) sein 40-jähriges Bischofsweihejubiläum. Er war am 12. September 1976 im Hohen Dom zu Fulda von Bischof Dr. Eduard Schick zum Bischof geweiht worden. Aus diesem Anlass findet um 10 Uhr im Fuldaer Dom ein Pontifikalamt statt, zu dem alle Gläubigen aus dem Bistum, die mitfeiern möchten, herzlich eingeladen sind. Weihbischof Kapp wird den Gottesdienst in Konzelebration mit Bischof Heinz Josef Algermissen feiern, der die Predigt hält. 
 

Bei seiner Bischofsweihe 1976 in Fulda hat sich Weihbischof Kapp ein Schlüsselwort der Heiligen Schrift zum Leitspruch gewählt: „Gaudium Domini fortitudo nostra – Die Freude am Herrn ist unsere Stärke“. Aus solch befreiender Kraft heraus wollte er immer die frohe Botschaft verkünden, Gottes Freude weitergeben und nahe bei den Menschen bleiben. Weihbischof Johannes Kapp hat das Bistum Fulda in seiner fruchtbaren Amtszeit entscheidend mitgeprägt – sei es als Seelsorger, Regens, Domdechant, Leiter der Personalabteilung, Personalreferent für Geistliche und Laien im pastoralen Dienst, Kommissionsmitglied bei der Deutschen Bischofskonferenz und Beauftragter zur Regentenkonferenz und für die Berufungspastoral, Diözesanadministrator und Bischofsvikar für die Ständigen Diakone. Im März 1975 hatte Bischof Schick den erfahrenen Pfarrgeistlichen in das Fuldaer Domkapitel berufen und ihn zum Regens des Priesterseminars bestellt. Im Juli 1976 wurde er durch Papst Paul VI. zum Titularbischof von Melzi und Weihbischof in Fulda ernannt. Hauptkonsekrator bei der Bischofsweihe am 12. September 1976 im Hohen Dom zu Fulda war Bischof Dr. Eduard Schick; Mitkonsekratoren waren der damalige Paderborner Weihbischof und spätere Kurienkardinal Paul Josef Cordes sowie der 2001 verstorbene Hildesheimer Weihbischof Heinrich Machens. 

 

Schon während seiner Kaplanszeit hat der Jubilar durch zwei charismatische Priesterpersönlichkeiten – Konviktsdirektor Pius Burkardt und Pfarrer Alfons Lins – eine starke spirituelle Ausprägung erfahren. So versteht er sich vor allem als „Brückenbauer“, der zusammenführt, sich den Menschen zuwendet und ihre Sorgen wahrnimmt. Was ihn auszeichnet, ist die besondere Gabe, die christliche Frohbotschaft in meditativen Bildern ansprechend und lebensnah zu verkünden. Kapp verfügt über eine langjährige Seelsorgserfahrung, und sieht sich bis heute, da er seinen Ruhestand in seiner nordhessischen Heimat verbringt, in erster Linie als Seelsorger. „Ich bin leidenschaftlich gern Pfarrer gewesen und möchte auch als Bischof leidenschaftlich gern Seelsorger bleiben“, hat er einmal gesagt. So hilft er bis heute in Hofgeismar und anderen Pfarreien seiner Heimat in der Pfarrseelsorge mit. Von unzähligen Firmreisen her kennt Kapp jede Gemeinde des Bistums. In seinen 40 Bischofsjahren hat er weit über 1.000 Firmtermine wahrgenommen und dabei mehr als 52.000 Jugendlichen das Firmsakrament gespendet. Die Verbindung zur Basis, der enge Kontakt besonders auch zum Diözesanklerus, mitbrüderliche Sorge und stete Gesprächsbereitschaft sind charakteristisch für das Wirken des seit 2010 in Hofgeismar lebenden Weihbischofs. Rund 400 Seminaristen und Bewerber um den Ständigen Diakonat hat er zum Lektoren- und Akolythendienst beauftragt; an die 350 nahm er unter die Kandidaten für Diakonat und Presbyterat auf und weihte sie zu Diakonen. 13 Diakonen hat er die Priesterweihe gespendet.

 

Weihbischof Kapp wurde am 14. Mai 1929 in Burguffeln bei Hofgeismar als Sohn eines Gutsinspektors geboren. Aufgewachsen in der Diaspora, wo es in den Kriegs- und Nachkriegsjahren viele Zeichen ökumenischen Miteinanders gab, hat ihn diese Situation sehr geprägt. Seiner nordhessischen Heimat ist er immer besonders verbunden geblieben und hat sich in besonderer Weise für die Ökumene engagiert, die ihm von seiner Herkunft her wichtig ist. Als Konviktorist besuchte er das Fuldaer Domgymnasium. Nach dem Abitur absolvierte er von 1948 an seine Studien an der Philosophisch-Theologischen Hochschule in Fulda und an der Theologischen Fakultät der Universität Bonn. Seine erste Anstellung nach der Priesterweihe führte ihn in das Bischöfliche Konvikt in Fulda, wo er bis 1958 als Geistlicher Assistent tätig war. Gleichzeitig war er Religionslehrer am heutigen Freiherr-vom-Stein-Gymnasium. Danach wirkte er als Kaplan und von 1963 an als Pfarrer in der Kurstadt Bad Orb, wo er im inneren und äußeren Aufbau der Gemeinde segensreich wirkte. 1971 wurde er darüber hinaus zum Dechanten des damaligen gleichnamigen Dekanates ernannt. Als Seelsorger einer der größten Gemeinden des Bistums ging es Kapp darum, Kirche als frohmachende und bergende Heimat erfahrbar zu machen.

 

1977 folgte die Ernennung zum Bischofsvikar und die gleichzeitige Übertragung des Amtes eines Personalreferenten für Priester und Ständige Diakone. 1980 vom Amt des Regens entpflichtet, wurde Weihbischof Kapp die Leitung der neugeschaffenen Personalabteilung im Bischöflichen Generalvikariat übertragen. In den 15 Jahren, die er dieses Amt ausübte, hat er sich um die Personalverwaltung der Diözese große Verdienste erworben und als Abteilungsleiter in vielfältigen Gremien mitgewirkt. Seit 1995 konzentrierte er sich wieder ganz auf seine Aufgabe als Referent für Geistliche und Laien im pastoralen Dienst. Im Sommer 2003 gab er die Leitung des Personalreferats für Geistliche ab. Bischofsvikar für die Ständigen Diakone ist er bis Anfang 2009 geblieben. Weihbischof Kapp hat in der Deutschen Bischofskonferenz neben seiner Zugehörigkeit zur Kommission für geistliche Berufe auch in der Kommission für liturgische Fragen mitgearbeitet. Von 1980 bis 2004 war Weihbischof Kapp Domdechant der Fuldaer Kathedralkirche. Während seiner Amtszeit wurden nicht nur der Dom innen und außen renoviert, sondern auch das Dommuseum neu eingerichtet und für das Kirchenmusikinstitut und die Chöre am Dom neue Räume geschaffen. Die Gründung der Fuldaer Mädchenkantorei und Domsingknaben, des heutigen Jugendkathedralchors, im Jahre 1989 ist wesentlich sein Verdienst.

 

Nach dem plötzlichen Tod des unvergessenen Bischofs von Fulda, Erzbischof Dr. Dr. Johannes Dyba, am 23. Juli 2000 leitete Weihbischof Kapp als Diözesanadministrator das Bistum Fulda bis zur Amtseinführung von Bischof Heinz Josef Algermissen am 23. September 2001. Papst Johannes Paul II. entsprach Kapps Rücktrittsgesuch anlässlich der Vollendung seines 75. Lebensjahres mit Datum vom 13. Juli 2004. Nachfolger von Weihbischof Kapp wurde damals Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez.



Bischof Algermissen gratuliert neuem Bischof von Limburg

Fulda/Limburg (bpf). Der Fuldaer Bischof Heinz Josef Algermissen hat dem neuen Bischof von Limburg, Generalvikar Msgr. Dr. Georg Bätzing, zu seiner Ernennung durch Papst Franziskus in einem persönlichen Schreiben gratuliert. „Als einer, der von Geburt her aus dem Bistum Trier stammt, freue ich mich über diese ehrenvolle Ernennung besonders. Ich wünsche Ihnen den Beistand des Heiligen Geistes für den Weg mit den Menschen im Bistum Limburg und bei allen Entscheidungen, die auf Sie zukommen werden. Er möge Ihnen Vertrauen und Sicherheit sowie in turbulenter Zeit die rechte Gelassenheit schenken“, schreibt Algermissen.


Dr. Georg Bätzing
Georg Bätzing ist Westerwälder. 1961 an der Sieg geboren, wuchs er in Niederfischbach, einem kleinen Ort im Kreis Altenkirchen, auf. Er war als Regens für die Priesterausbildung im Bistum Trier verantwortlich. Im November 2007 berief ihn der damalige Bischof von Trier, Reinhard Marx, zum Leiter der Heilig-Rock.Wallfahrt. Seit November 2012 leitet Bätzing als Generalvikar die bischöfliche Verwaltung in Trier. (Bonifatiusbote).



Kirchliche Statistik für das Bistum Fulda 2015

Fulda (bpf). Die kirchliche Statistik für das Bistum Fulda zum 31. Dezember 2015 liegt jetzt vor. Demnach hat die Diözese 394.693 Katholiken. Das sind 2.264 Gläubige weniger als 2014. Zu- und Wegzug von Katholiken sind in der Gesamtzahl nicht erfasst. Es gab im vergangenen Jahr 2.568 Taufen, 96 Wiederaufnahmen und 50 Übertritte sowie 4.257 Bestattungen und 2.665 Austritte. Im Vergleich zum Vorjahr erhöhte sich 2015 die Zahl der Taufen um 64 und traten 747 Menschen weniger aus der Kirche aus. 2.762 Kinder gingen zur Erstkommunion, 2.459 Jugendliche wurden gefirmt; 716 Paare (26 mehr als im Vorjahr) ließen sich trauen. Der Prozentsatz der Gottesdienstbesucher lag bei 14,2. „Die Zahl der Taufen und Trauungen im Bistum Fulda ist leicht gestiegen. Erfreulicherweise ist die Zahl der Austritte wesentlich geringer als in den beiden Vorjahren“, betont Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke.

Im Verhältnis zu den bundesweiten Zahlen liegt die Fuldaer Statistik u. a. bei den Taufen, Trauungen und Kirchenaustritten im Trend. Denn die Deutsche Bischofskonferenz verzeichnet deutschlandweit im Vergleich zu den Jahren 2013 und 2014 erneut leichte Zuwächse bei den Trauungen mit 44.298 (2014: 44.158, 2013: 43.728) und Taufen mit 167.226 (2014:164.833, 2013: 164.664).

Es gab im Jahr 2015 in der katholischen Kirche Deutschlands insgesamt 181.925 Austritte, während es im Jahr 2014 noch 217.716 waren.

Der bundesweite Prozentsatz der Gottesdienstbesucher lag 2015 bei 10,4 (10,9 im Jahr 2014).



„Menschen auf ihrem Glaubensweg Halt geben“
Weihbischof Diez weihte fünf Diakone

Fulda (bpf). „Der Gekreuzigte will Euch Halt geben, damit Ihr die Menschen auf ihrem Glaubensweg halten könnt“, sagte Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez am Samstag im vollbesetzten Fuldaer Dom zu fünf künftigen Diakonen. Im Rahmen eines feierlichen Gottesdienstes spendete der Weihbischof vier Priesteramtskandidaten und einem Bewerber für den Ständigen Diakonat die Diakonenweihe. Zu Diakonen geweiht wurden Christoph Acker aus der Pfarrei St. Martin in Bad Orb, Bien Bui-Trong aus der Pfarrei Hl. Vietnamesische Märtyrer in Stuttgart und Ingo Heinrich aus der Stadtpfarrei Hl. Simplicius, Faustinus und Beatrix in Fulda, Florent Mukalay-Mukuba aus der Pfarrei St-Bavon/Regina Pacis in Kamina (Demokratische Republik Kongo) sowie im Hinblick auf den Ständigen Diakonat Matthias Respondek aus der Pfarrei St. Johannes der Täufer in Fulda-Johannesberg.


Unverbindlichkeit in Beziehungen und Freundschaften und die Angst, sich für eine verbindliche Lebensform dauerhaft zu entscheiden, kennzeichne heute die Grundhaltung vieler Menschen, betonte der Weihbischof zu Beginn seiner Predigt. „Andererseits kennen viele Menschen auch die Sehnsucht nach Klarheit, nach Entschiedenheit, nach Verbindlichkeit. Gerade junge Leute suchen nach klaren und verbindlichen Antworten auf ihre Fragen, nach überzeugenden Lebensrezepten, nach authentischen und echten Menschen, die ein Wort halten, das sie gegeben haben.“ Das gelte auch für das geistliche Leben. Auf einer Darstellung in der Schlosskapelle zu Tirol lehne sich Josef von Arimatäa an den am Kreuz schon auferstandenen Jesus Christus an und halte sich an ihm fest. Der Auferstandene gebe ihm Halt und lasse ihn Haltung bewahren. Diez erinnerte an die hl. Edith Stein, die auch im Angesicht Ihrer Deportation nach Auschwitz ungebrochen blieb, und betonte, dass es viele Menschen gebe, die selbst in extremen Situationen nicht ihre Würde verloren hätten. „Der Glaube, von Gottes Hand gehalten zu werden, sich von Christus gehalten zu wissen, ließ sie Haltung bewahren.“


Für einen ehrlichen Blick auf das eigene Selbst mit seinen Licht- und Schattenseiten könne das Gebetswort „Herr, du kennst mich!“ hilfreich sein. „Es will den Glauben bestärken und Vertrauen wecken, aus der Erfahrung im Glauben: Ich bin angeschaut, ich bin geliebt. Sicher kann es auch ein Wort sein, das mich richtet! Aber zuerst soll es ein Wort sein, das mich vertrauen lässt, das mir Geborgenheit schenkt.“ Jesus sage über die Größe eines Menschen: „Wer bei euch groß sein will, der soll euer Diener sein.“ und „Denn auch der Menschensohn ist nichtgekommen, um sich dienen zu lassen, sondern um zu dienen und sein Leben hinzugeben als Lösegeld für viele.“ Ein großer Mensch sei laut Diez, wer sich in das Licht der Wahrheit stelle, sich an Jesus festhalte, sich mit seinen Licht- und Schattenseiten dem göttlichen Du anvertraue und sich in allen Situationen seines Lebens von diesem getragen und gehalten wisse. Jeder der Diakone habe sich ein Ankerwort ausgesucht für sein Leben. „Es sind Worte, die Halt geben, Worte, die Gottes Haltung zu den Menschen darstellen“, betonte der Weihbischof.


Jahr der Barmherzigkeit

Von Bischof Heinz Josef Algermissen

Papst Franziskus hat für die katholische Weltkirche ein außerordentliches Heiliges Jahr der Barmherzigkeit ausgerufen. Es soll am 8. Dezember 2015 beginnen und bis zum Christkönigssonntag 2016 dauern. Die Menschen mit der barmherzigen Liebe des Vaters in Berührung zu bringen, mit Christus als dem Antlitz der Barmherzigkeit des Vaters, ist das primäre Ziel. Es geht nicht in erster Linie um aufwändige Aktionen, sondern vor allem um glaubwürdige Umkehr und Neuausrichtung der Kirche in Glaube, Verkündigung und Leben.

 

Dieses Jahr wird uns auch einen Spiegel vorhalten angesichts der Fragen: Wonach werden wir am Ende beurteilt? Woran war zu erkennen, ob es uns wirklich innerlich ergriffen hat, Christen zu sein? Woran zeigt sich, ob wir auf der Seite Christi gestanden haben? Das ist das Raster für unsere tägliche Überprüfung, ohne die unser Beten und Handeln unglaubwürdig und leer würden. Mit provozierender Klarheit werden die Kriterien genannt:

  •     Hungrigen zu essen geben
  •     Dürstenden zu trinken geben
  •     Fremde und Obdachlose aufnehmen
  •     Nackten Kleidung geben
  •     Kranke besuchen
  •     Gefangene aufsuchen
  •     Tote begraben.

All diese Werke sind nicht deshalb gut, weil sie menschlich sind und der Christ unter anderem auch ein guter Mensch sein soll. Sie sind gut, zeitlos aktuell und für Christen ganz und gar nicht beliebig, weil sich Jesus Christus selbst mit den genannten Gruppen identifiziert. „Was ihr für einen meiner geringsten Brüder (oder Schwestern) getan habt, das habt ihr mir getan“ (Mt 25,40). Augustinus sagt einmal: „Murre nicht, dass du in einer Zeit geboren wurdest, in der du den Herrn nicht mehr leiblich sehen kannst. Er hat dir diese Gnade nicht vorenthalten. Denn er spricht: Was ihr für einen meiner geringsten Brüder getan habt, das habt ihr mir getan“ (Sermo 103).

 

Mit großer Feierlichkeit wird im 25. Kapitel des Matthäus-Evangeliums (Verse 31-46) eine Gerichtsszene von der letzten Prüfung aller Menschen aufgebaut. Und durch die viermalige positive wie negative Wiederholung dieser Werke der Barmherzigkeit werden die Unterscheidungsmerkmale eindringlich dargestellt.

Interessant ist, dass weder die Guten sofort wissen, wo sie denn IHM begegnet sind, noch die Schlechten, wo sie IHM nicht begegnet sind. Wer wirklich Jesus Christus nachfolgt, begegnet ihm in den Armen. Sie sind indes nicht Objekte, um zu Christus zu gelangen, sondern er selbst gibt ihnen ihre eigene Würde als Subjekte. Sie sollen um ihrer selbst willen geliebt werden. Wer gar nicht merkt, wo die Armen sind und welche Zuwendung sie brauchen, der verpasst Christus, der bei den Armen zu finden ist. Die positive Ahnungslosigkeit der Guten, die selbstverständlich aus ihrem Innersten handeln, und die negative Ahnungslosigkeit der Gleichgültigen und Ichfixierten, die um sich selbst kreisen, stehen einander gegenüber.

 

Den Menschen zugewandt, weil Gott sich uns in Jesus Christus zugewandt hat, so soll ein Christ leben. „Seid barmherzig, wie euer Vater im Himmel barmherzig ist“ (Lk 6,36), das ist die logische Konsequenz. Und Jesus sagt in seiner Bergpredigt: „Selig die Barmherzigen, denn auch sie werden Erbarmen finden“ (Mt 5,7). Barmherzigkeit nicht in der Absicht, sich etwa den Himmel zu verdienen, sondern zuerst und grundsätzlich, weil wir alle aus Gottes Barmherzigkeit leben.

 

* * *

Vorstehender Beitrag erschien als „Wort des Bischofs“ in der Kirchenzeitung „Bonifatiusbote“

vom 22. November 2015.


Flucht und Migration

Vollversammlung des Katholikenrates zur aktuellen Lage

 

Fulda, Geisa, Hanau, Kassel, Marburg (mz) Zahlreiche Gäste hat der Fuldaer Katholikenrat zu einem Expertengespräch zu Flucht und Migration eingeladen. Gesprächsteilnehmer sind der Erste Kreisbeigeordnete im Landkreis Fulda Frederik Schmitt, die Lehrbeauftragte Edibe Hertel, der Leiter der Polizeidirektion Main-Kinzig Hans Günter Knapp und Monika Moser (PGR Innenstadtpfarrei Fulda) . Neben weiteren Gästen hat auch die Bürgermeisterin der Gemeinde Ebersburg (Rhön) Brigitte Kram ihr Kommen zugesagt. Die Gesprächsrunde im Fuldaer Bonifatiushaus beginnt am Freitagabend, 11. März um 19.15 Uhr. „Uns kommt es darauf an, die Gelegenheit wahrzunehmen und uns als kirchliches Gremium zur Flüchtlingsfrage zu positionieren“, so der Vorsitzende des Katholikenrates, Steffen Flicker (Fulda). Das Expertengespräch moderiert missio-Referent Steffen Jahn.

 

Am darauffolgenden Samstag treffen sich die Mitglieder des Fuldaer Priesterrates und Katholikenrates mit Vertretern der hauptamtlichen Laien im pastoralen Dienst, Mitgliedern der Bistumsleitung und Abteilungsleitern aus dem Bischöflichen Generalvikariat auf Einladung von Bischof Algermissen zu einem Zukunftskonvent. „Gemeinsam wollen wir den Fragen von Leitung, Verantwortung und Beauftragung von Laien in Pfarreien und an pastoralen Orten nachgehen“, so der Vorsitzende des Katholikenrates.

 

„Der Tag unter dem Titel „„Den Charismen Raum geben – und Gemeinsam Kirche sein – im und für die Menschen im Bistum Fulda“ will einen Beitrag leisten zu der derzeit im Bistum Fulda laufenden Diskussion um die Ziele für das strategische Handeln“, so der Steffen Flicker bschließend.                                                                    Fulda, 7. März 2016    ~wMe ~


Auf Menschen mit Fluchterfahrungen zugehen

Fuldaer Katholikenratsvertreter im Hessischen Landtag

 

Fulda, Geisa, Hanau, Kassel, Marburg (mz) Auf Einladung des Landtagspräsidenten Norbert Kartmann kamen Vertreter der Katholikenräte aus den Bistümern Fulda, Mainz und Limburg mit Abgeordneten aller Fraktionen im Hessischen Landtag zusammen. Hauptthema war der Umgang mit Menschen mit Fluchterfahrungen.

 

Landtagspräsident Kartmann dankte den katholischen Laienvertretern für ihr Engagement und würdigte den außerordentlichen Einsatz zahlreicher ehrenamtlicher Helferinnen und Helfer aus katholischen Einrichtungen und Organisationen für die Erstaufnahme von Flüchtlingen.

"Im Gespräch mit den Politikern wurde deutlich, dass wir in der Frage der Aufnahme von Flüchtlingen als Staat und Kirche gemeinsam vor großen Herausforderungen stehen", betonte Steffen Flicker, der Vorsitzende des Katholikenrates im Bistum Fulda.

Mit Flicker waren zu dem Gesprächstermin auch Mechthild Struß aus Bad Hersfeld und Rudolf Amert aus Fritzlar. 

Fulda, 22. Februar 2016  ~wMe ~


Starttag für neu gewählte Pfarrgemeinderäte mit Rekordbeteiligung

Über 200 Pfarrgemeinderäte beim Einführungstag im Fuldaer Bonifatiushaus

 

Fulda, Geisa, Hanau, Kassel, Marburg (mz) In seiner Rede vor über 200 Pfarrgemeinderäten am vergangenen Wochenende im Fuldaer Bonifatiushaus rief Seelsorgeamtsleiter Peter Göb dazu auf, die „Grundsätze für die Ausrichtung der Pastoral“ wörtlich zu nehmen und vor Ort gemeinsam zu besprechen, was sie konkret für die Situation der Pfarrei bedeuten. Katholikenratsvorsitzender Steffen Flicker zeigte sich sehr erfreut über das große Interesse an der Startveranstaltung beglückwünschte die neu gewählten Ratsmitglieder zu ihrem neuen Amt.

 

Warum hast Du Dich aufstellen lassen?

Der Tag, der als Auftaktveranstaltung in die neue Amtsperiode vom Katholikenrat des Bistums Fulda veranstaltet wurde, begann am Samstag mit einem Informationsgespräch zu den Aufgaben und zum Arbeitsalltag der Pfarrgemeinderäte. Andreas Groher (Bad Soden Salmünster), Michael Bieling (Kassel), Matthias Bien (Bimbach) und Gisela Wyczysk (Bad Salzschlirf) gaben Rede und Antwort zu den Themen Verantwortung des Pfarrgemeinderates, Zusammenarbeit mit Hauptamtlichen, Spiritualität und Zukunft des Gremiums, die Mathias Ziegler moderierte. Christoph Heigel (Fulda) informierte anschließend über die konzeptionelle Arbeit des Pfarrgemeinderates.

 

Baustelle Bistum

Seelsorgeamtsleiter Pfarrer Peter Göb berichtete vom Stand der Bistumsplanung. Er forderte die Pfarrgemeinderäte auf, die „Zeichen der Zeit“ wahrzunehmen und entsprechend zu handeln. Die deutsche Kirche sei auf dem Weg der Veränderung. Ausdruck finde dies im Schreiben der Deutschen Bischöfe „Gemeinsam Kirche sein“. Im Bistum Fulda heiße dieser Veränderungsprozess seit 2002 „Um der Menschen Willen gemeinsam auf der Suche nach Gott“. Die gesellschaftliche Bedeutung der Kirche nehme ab. Dies sei einer der Gründe, neue Wege der Pastoral zu beschreiten. Seelsorge werde künftig weniger in der Hand einzelner oder kleiner Gruppen liegen. Nach den Worten von Seelsorgeamtsleiter Peter Göb ist jede und jeder verantwortlich für die Seelsorge. Besonders wies er auf die im vergangenen Jahr veröffentlichten „Grundsätze für die Ausrichtung der Pastoral“ hin. „Wir müssen Menschen zusammenbringen und ihnen sagen, da wo du bist, bist Du wertvoll; da wo du bist, hast du den Auftrag, in die Welt hineinzuwirken.“ Pfarrer Peter Göb warnte davor, weiterzumachen wie bisher. Als Beispiel nannte er in vielen Pfarreien wohnenden Menschen mit Fluchterfahrungen. „Wir sind zu allen gesandt, nicht nur zu denen, die kommen, sondern auch zu denen, die nicht da sind“, sagte Göb.

Pfarrer Göb lud die Pfarrgemeinderäte ein, in dem Bewusstsein „im Auftrag des Herrn“ unterwegs zu sein zu handeln und gemeinsam Kirche zu bauen. Als Getaufte und Gefirmte seien alle verantwortlich, dass die Botschaft des Glaubens zu den Menschen gelange.

 

Wir schaffen Lösungen

Nach dem Mittagsgebet, das Katholikenratsvorsitzender Steffen Flicker und Mechthild Struß (Bad Hersfeld) gestalteten, und der Mittagspause wurden die Pfarrgemeinderäte zu thematischen Gesprächen eingeladen. „Ziel des Tages ist, die Lösungskompetenz der Pfarrgemeinderäte zu unterstützen. Wir wollen sie in ihrer Aufgabe stärken, den Alltag in der Gemeinde zu meistern“, so Steffen Flicker. Folgende Gesprächskreise wurden angeboten:

Sitzung – flott und effizient , Andrea Koucky, Pastoralreferentin im Dekanat Fritzlar, Engagiert vor Ort und gemeinsam, bürgerschaftliches Engagement in der Kommune, Daniela Manke, Referentin für Gemeindecaritas, Diözesancaritasverband Fulda, Hilfe für Menschen auf der Flucht, Kooperation notwendig, Monika Gonzalez Dehnhardt, Sozialarbeiterin in der Flüchtlingshilfe beim Regionalcaritasverband Fulda, Daniel Heil, Flüchtlingshilfe in der Gemeinschaftsunterkunft Flieden, Neuhof und Rommerz, Aisha Furrukh, Flüchtlingshilfe, Den einzelnen im Blick, z.B. Besuchsdienst/Inhalt u Orga, Hannelore Dauzenroth, Gemeindereferentin in der Klinikseelsorge Fulda, Strukturie rtes Arbeiten im PGR – die 4 Grundvollzüge von Kirche , Christine Faupel aus Bad Orb, Leiterin im Projekt Gemeinde und Pastoralverbund, Große Entfernungen .. und doch zusammen, Kontakt halten, Alexander v. Rüden, Gemeindereferent, Pastoralverbund St. Heimerad Wolfhager Land, Im Glauben wachsen als PGR, Elke Ciba, Gemeindereferentin, Pastoralverbund St. Wendelinus Höhe Rhön, Sonntags ohne Pfarrer / und doch im Glauben lebendig , Pfr. Peter Göb, Seelsorgeamtsleiter im Bischöflichen Generalvikariat, Beauftragt und konkret verantwortlich im PGR, Irene Ziegler, Frauenreferentin, Bischöfliches Generalvikariat, Impulse für die Gemeindearbeit - Wie können wir voneinander lernen in der Weltkirche? Steffen Jahn, Missio-Referent im Bischöflichen Generalvikariat, Beheimatet in meiner Gemeinde / Orientierung in Fusion , Ernst Joachim Jost, Referent für Gemeindeberatung im Bischöflichen Generalvikariat.

 

Interview

Am Nachmittag stellten sich Weihbischof Prof. Dr. Karlheinz Diez, Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke, Personalreferent Domkapitular Christof Steinert und Seelsorgeamtsleiter Ordinariatsrat Peter Göb den Fragen von Steffen Flicker und Mathias Ziegler.

Seelsorge vollziehe sich vor Ort, sagte der Generalvikar. Deshalb soll es im größeren Raum viele pastorale Orte geben, wo Glaube gelebt, verkündet und gefeiert wird, war das Anliegen des Generalvikars. Solche Pastoralen Orte könnten früher eigenständige Gemeinden sein, es könnten auch Kindertagesstätten, ein Seniorenheim oder andere Einrichtungen sein, wo Menschen sich treffen und versammeln. „Es ist mein Anliegen, dass vor Ort das kirchliche Leben lebendig bleibt“, sagte Prof. Gerhard Stanke. Es sei wichtig, dass die Pfarrgemeinderäte sich verantwortlich fühlen, dass Menschen sich treffen und ihren Glauben leben. Es gelte, nicht zu warten bis die Menschen kommen, sondern dorthin zu gehen, wo sie sind.

Weihbischof Diez beobachtet, dass das Bewusstsein der Pfarrgemeinderäte sich verändert habe. Gerade bei den Visitationen sei nehme er die Zuversicht vieler Pfarrgemeinderäte wahr. Der Weihbischof sprach von einer realitätsbezogenen Aufbruchsstimmung. Er warb für eine kooperative Kirche, für eine Kirche der Teilhabe. „Die Überzeugung, dass wir gemeinsam Kirche sind, muss die konkrete Arbeit prägen“, so Weihbischof Diez.

Der Personalreferent des Bistums Christof Steinert forderte, dass die Zusammenarbeit von Haupt- und Ehrenamtlichen von der gemeinsamen Verantwortung aller Getauften für die Kirche geprägt sein solle. Es gelte, die Gaben aller Menschen in den Gemeinden zu wecken und dass Hauptamtliche noch mehr zu geistlichen Begleitern und Unterstützern werden. In einer säkular gewordenen Welt komme es darauf an, den gemeinsamen Auftrag mit der jeweiligen Profession und in dem Charisma, das jeder hat, zu erfüllen. Entscheidend sei, auskunftsfähig zu werden für die Menschen, die heute viele Fragen haben.

Pfarrer Göb sprach den Pfarrgemeinderäten Mut zu. Wer die Grenzen auch im eigenen Kopf überwinde, könne mutig im Pfarrgemeinderat Neues und oft Ungewohntes einbringen. So könne sich Kirche vor Ort gut entwickeln. Er rief dazu auf, die Kompetenzen und Ideen, die in den Pfarrgemeinderäten vorhanden sind, für die Entwicklung der Kirche zu nutzen.

 

Zum Abschluss des Tages informierten die Referentinnen und Referenten des Tages die Teilnehmer über die Unterstützungsangebote des Bistums.

 

„Ich danke den Teilnehmern und sehe den Tag als guten Start für unsere Pfarrgemeinderäte“, so Steffen Flicker.

Fulda,   16. Februar 2016  ~wMe ~


Bedrohtes Christentum

„Welt und Umwelt der Bibel“ weist auf jahrtausendealte Traditionen im Nahen Osten

und die gegenwärtige Not hin


Stuttgart . Das gegenwärtige Leiden der Christen im Nahen Osten vor dem Hintergrund ihrer jahrtausendealten Traditionen ist Thema der ersten Ausgabe der Zeitschrift „Welt und Umwelt der Bibel“ im neuen Jahr. „Die Kirchen des Orients haben in ihren Sprachen, ihrer Theologie und ihren Ausdrucksformen vieles bewahrt, was aus der Frühzeit des Christentums stammt. Erst durch die politischen Entwicklungen der Gegenwart geraten die orientalischen Kirchen mehr in den Blickpunkt,“ heißt es in der Einleitung zu dem Themenheft. Sowohl die verschiedenen Kirchen, ihre Liturgien und ihr kulturelles Erbe werden dargestellt wie auch deren mehr als tausendjähriges Zusammenleben mit dem Islam. Die mit dem Ersten Weltkrieg und dem Ende des Osmanischen Reiches verbundenen politischen und gesellschaftlichen Umbrüche werden als Hintergrund der gegenwärtigen Probleme beschrieben.


Von den Autoren wird nicht nur der Blick auf den Irak und Syrien gerichtet, sondern auch auf die Kopten in Ägypten und Libyen. Drei Interviews geben Einblicke in die gegenwärtige Lage der Christen in den Kampfgebieten des „Islamischen Staates“. Eine Religionswissenschaftlerin beschreibt die religiöse Vielfalt, die durch Minderheiten wie z. B. Jesiden oder Mandäer gekennzeichnet ist, und ihre rasante Veränderung. Neben dem Schwerpunktthema und archäologischen Nachrichten aus Welt und Umwelt der Bibel enthält jedes Heft im Jahr 2016 die Rubrik „voneinander wissen“. Sie beschäftigt sich mit grundlegenden Gemeinsamkeiten und Unterschieden zwischen Christentum und Islam. In der ersten Folge geht es um das Verständnis der jeweiligen religiösen Gemeinschaft: „Umma“ und „Kirche“. Lesern der Zeitschrift „Welt und Umwelt der Bibel“ bietet das Katholische Bibelwerk e. V. außerdem zum Schwerpunktthema des Heftes Studientage an in Mainz, Regensburg, Nürnberg, Hamburg und Aachen.

 

Die Zeitschrift „Welt und Umwelt der Bibel“ kann außer im Abonnement und im Zeitschriftenfachhandel auch einzeln bezogen werden bei: Katholisches Bibelwerk e.V., Postfach 150 365, 70076 Stuttgart, E-Mail: bibelinfo@bibelwerk.de , Tel. 0711/6192050, Fax 0711/6192077.


Bistum Fulda stellt Fragebogen zur Familiensynode online

Fulda (bpf). Vom 4. bis 25. Oktober findet in Rom die Bischofssynode zum Thema „Die Berufung und Sendung der Familie in Kirche und Welt von heute“ statt, an deren Ende konkrete Leitlinien für die Pastoral stehen sollen. Das Vorbereitungsdokument für die Synode, die sogenannten „Lineamenta“, hat der Vatikan am 9. Dezember 2014 veröffentlicht. Sie enthalten einen umfangreichen Fragebogen, der mit der Umfrage vergleichbar ist, die im vergangenen Jahr zur Vorbereitung der Außerordentlichen Bischofssynode stattfand. „Das Bistum Fulda hat auf seiner Homepage www.bistum-fulda.de den Fragebogen mit 46 Fragen online gestellt, um allen Gläubigen die Möglichkeit geben, sich gegenüber ihrem Bistum zu äußern“, unterstreich Generalvikar Prof. Dr. Gerhard Stanke. Da sich der Fragebogen an Einzelpersonen sowie an Multiplikatoren in Gemeinden, Gremien und Verbänden richtet, ist es auch möglich, nur ausgewählte Fragen zu beantworten. Die beim Bistum bis 13. März eingegangenen und dort gebündelten Antworten werden im Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz gesichtet und mit der Position der Deutschen Bischofskonferenz sowie allen anderen eingegangenen Impulsen gemeinsam ausgewertet. Das dabei entstehende Dokument wird bis zum 15. April an das Synodensekretariat nach Rom geschickt.


Bischöfliche Pressestelle Fulda, 23. Februar 2015


Getauft und gesandt Veranstaltungen im Oktober

Ökumenische Gesprächsreihe zur Apostelgeschichte

Gemeindetag 2019 Aufbrüche - warum und wohin

Stromaufwärts

Glaubenskurs
für katholische Christen und die, die es werden oder bleiben wollen

Krabbelgruppe

Start nach Pfingsten am 12. Juni 2019

Leitbild für St. Peter und Paul:

Jesu Liebe nehmen – in Fülle leben – Nächstenliebe geben