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Katholisches Pfarramt
St. Peter und Paul
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Blickpunkt

Hier finden Sie die aktuelle Ausgabe des "Blickpunkt", des Mitteilungsblattes unserer Gemeinde.


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Interview zum Priesterjubiläum von Pfarrer Klaus Nentwich

War es richtig, Priester zu werden?


Am 04.12.2013 feierte Pfarrer Klaus Nentwich sein 25jähriges Priesterjubiläum. Mit ihm sprach Stephan Eschebach, damals Mitglied des Pfarrgemeinderates von St. Peter und Paul.




Herr Nentwich, wann ist bei Ihnen die Entscheidung gereift, Priester zu werden?


Dies war ein längerer Prozess. Er nahm seinen Anfang, als ich die Oberstufe des Gymnasiums besuchte und wurde sehr intensiv, als ich mit 22 Jahren für letztlich fünf Jahre ins Priesterseminar Fulda eintrat. Anstöße gaben das Vorbild meiner Eltern, die ganz normale katholische Sozialisation (Erstkommunion, Messdiener, Firmung, Gruppenleiter, Mitarbeit in Jugendverbänden) und mein Heimatpfarrer Georg Exner.


Wie sah Ihr Werdegang aus?


Ich hätte mir den Pfarrerberuf gut vorstellen können, bin aber dann wegen des Zölibats als Jugendlicher zurück geschreckt, weil ich gerne Familie haben wollte. Nach dem Abitur war ich eher abgeneigt, den geistlichen Weg zu gehen. Ich machte meinen Grundwehrdienst bei der Bundeswehr und nahm eine Ausbildung zum medizinisch-technischen Assistenten auf.
Schon in der Mitte der Ausbildung merkte ich, dass dies nicht mein Weg ist. Nach dem Berufsabschluss wollte ich zumindest den Schritt ins Priesterseminar wagen – für ein Jahr.
Mit Unterbrechung in den beiden Außensemestern (Studium in Bonn) blieb ich dann doch dort bis zum Ende des Studiums. Am 04.12.1988 bin ich von Erzbischof Dr. Johannes Dyba zum Priester geweiht worden. Es folgten Stationen als Kaplan in Witzenhausen (1989/90), Bad Orb (1991/93) und Frankfurt-Bergen-Enkheim (1994). In Bergen-Enkheim war ich anschließend auch Pfarrer bis Sommer 2008. Seit dem 1.11.2008 bin ich Pfarrer in St. Peter und Paul, Marburg.


Gibt es Ereignisse während Ihrer Arbeit als Priester, die Ihnen besonders in Erinnerung geblieben sind?


Die Zeit als Kaplan in Witzenhausen war eine sehr schöne Zeit. Erstens hatte ich einen offenen, ermutigenden Pfarrer, zweitens war ich frei von Verwaltung nur für Seelsorge da. Drittens gab es eine gute, gelungene kirchliche Jugendarbeit und zu guter Letzt erlebte ich auch die Grenzöffnung hautnah.

In Bad Orb hatte ich am 65. Geburtstag eines Bäckermeisters der Familie die Todesnachricht ihres Sohnes zu überbringen, der Suizid begangen hatte. Vier Wochen später nahm sich der Vater das Leben, indem er sich verbrannte: schreckliche Ereignisse, die sich mir sehr eingeprägt haben.

Haften geblieben ist mir die Zeit in der Schule. Eine Herausforderung für mich, gegen demotivierte Jugendliche in Randstunden mit Glaubensfragen zu beschäftigen. Auf der anderen Seite fand ich und finde ich Jugendliche, wenn man mal einen Zugang zu ihnen gefunden hat, unwahrscheinlich interessant, voller Ideen und Power. Eine der schönsten Gottesdienstreihen war der monatliche „Junge Gottesdienst“ in Bergen-Enkheim, jeweils Sonntagabends, der von einem Team Jugendlicher vorbereitet wurde.

Überhaupt beschämt mich das große Vertrauen, dass mir als Priester entgegen gebracht wurde. Und überrascht war ich, wie wichtig die bloße Anwesenheit schon ist. Beim Abschied aus der vorhergehenden Pfarrei nach 15 Jahren habe ich das zigmal erlebt: „Sie haben unsere Tochter getauft“, „bei Ihnen war ich 7 Jahre Messdiener“, „Sie haben unsere Oma begleitet und beerdigt.“


Wie hat sich die Kirche in den vergangenen Jahrzehnten verändert?


Gewaltig. Seit meiner Priesterweihe habe ich eine große Veränderung in Kirche erlebt, nicht nur die geringeren Zahlen, sondern auch die Kurzlebigkeit in Konzepten, etwa in der Erstkommunion- oder Firmvorbereitung. Die Menschen haben sich verändert und ich mich auch. Selbst meine Rolle als Gemeindepfarrer musste ich noch einmal neu suchen und finden, als ich nach Marburg kam. Ich habe mich das erste Jahr mehr als einmal gefragt, ob ich in St. Peter und Paul an der richtigen Stelle bin.
2010 wurde mir schmerzlich bewusst, dass Kirchesein, den Glauben leben heute alles andere als selbstverständlich sind und meine kirchliche Prägung in einer geschlossenen katholischen Dorfgemeinschaft für mich persönlich gut, für meine Arbeit in säkularisierter Gesellschaft aber eher hinderlich ist. 2010 kam durch den Missbrauchsskandal noch einmal ein richtiger Schub an Vertrauensverlust dazu, so dass selbst praktizierende Christen in Zweifel kamen.
Durch den Priestermangel, der immer mehr spürbar wird, und die notwendige Umstrukturierung kommt viel Unruhe auf; aber auch Fragen, Befürchtungen, sowohl in den Gemeinden als auch bei den Hauptamtlichen.


Gibt es Erfahrungen in Ihrem Leben, die Sie als „weltliche“ Person so nicht gemacht hätten?


Sicher hätte ich andere Erfahrungen gemacht und Sorgen und Nöte gehabt, wenn ich einen anderen Beruf ergriffen und Familie gegründet hätte.
Ich fand die Erfahrung im Priesterseminar sehr hilfreich für die Klärung meiner Berufung. Damals lebten 60 Seminaristen zusammen in Fulda. Da war immer was los, und doch war das Seminar ein wenig „Heile Welt“ und somit für die Berufungsklärung sicher gut. Für die Vorbereitung auf die Arbeit mit Menschen würde ich mir mehr Normalität gewünscht haben.
Ich habe mich intensiver mit meinem Glauben, mit der Bibel und theologischen Fragen auseinandergesetzt, als ich es als Getaufter und Gefirmter gemacht hätte.
Wir sind in St. Peter und Paul zur Zeit ein großes Pastoralteam, das auf der einen Seite mehr Absprachen und ein Aufeinandereinlassen erfordert, auf der anderen Seite die einzelnen Hauptamtlichen aber auch das Gemeindeleben bereichern. Jede/r hat andere Talente.

Ich habe tagtäglich mit Menschen in unterschiedlichsten Altersgruppen und Lebenslagen zu tun. Ich bin gerne Pfarrer und würde viel lieber mehr Zeit mit den Menschen verbringen, als Zeit in Administration und Verwaltung zu verlieren.


Wie ist Ihr Verhältnis zur Stadt Marburg im Besonderen?


Marburg ist eine schöne Stadt. Ich wohne mitten drinnen und habe einen schönen Blick hinauf zum Schloss. Marburg ist eine alte Stadt, mit viel Tradition und vielen jungen Menschen. Die Studenten prägen das Leben schon sehr, machen die Stadt jung und bringen Dynamik hinein.
Marburg ist eine interessante, herausfordernde Stadt, auch was das kirchliche Leben angeht. Was mich irritiert und stört, ist die geringe Wirkung, die Kirche, gerade auch die katholische Kirche in die Stadt hinein hat. Dabei brauchen wir uns nicht zu verstecken. Wir haben eine große Tradition, wir haben die beste Botschaft, wir haben einen Lebensentwurf, der zu einem sinnerfüllten Leben führt. Wir haben vor allem einen Gott auf unserer Seite, der das Leben mit den Menschen lebt. Diesen Gott nicht zu vergessen und gegenwärtig zu halten, ihn in Erinnerung zu bringen, das sehe ich als meine erste Aufgabe an.


War es für Sie die richtige Entscheidung, Priester zu werden?


Für mich ist es die erfüllendste Aufgabe, die ich mir vorstellen kann.


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Krabbelgruppe

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Leitbild für St. Peter und Paul:

Jesu Liebe nehmen – in Fülle leben – Nächstenliebe geben