Graffiti St. Peter und Paul

10 Minuten STILLE

David Guzy 
David Guzy

Dieses Graffiti von David Guzy von den Glasfenstern unserer Pfarrkirche lädt uns für kurze Zeit zum Verweilen ein. Mit der Kirche betreten wir einen geschützten Raum, Hektik und Lärm bleiben zurück, wir können zur Ruhe kommen und ein paar Atemzüge Stille und Besinnung in unser Inneres holen. Die Geräusche der Straße dringen zwar noch in unser Ohr, aber in gedämpfter Form. Die äußere Realität wird nicht völlig ausgesperrt, sie verliert jedoch an Aufdringlichkeit und Verbindlichkeit.
Blicken wir durch das farbige Glas der Fenster von Erhard Klonk, so nehmen wir die Außenwelt ebenfalls noch wahr, aber wir sehen sie wie durch eine Brille verschwommen und farbig verfremdet in einer neuen, distanzierten Weise. Die unterschiedlichen Farben können dabei verschiedene Momente unseres Daseins beleuchten. Die Rottöne stehen traditionell für die Liebe, zu unseren Mitmenschen, zu Gott; die Schattierungen von Blau für den Himmel, das Jenseits und die Gelb- und Goldtöne für das Göttliche, das zum Teil in ein hoffnungsvolles Grün übergeht. Im unteren Fensterbereich überwiegen die kräftigen, erdenschweren Farben. Schauen wir nach oben gewinnen die Farben an Helligkeit, Transparenz und Leichtigkeit. Die zahlreichen Schattierungen der Farbtöne, spiegeln die Vielfalt unserer Wahrnehmungen wider, jedes Glaselement ist anders und individuell gestaltet.
Die veränderte Sicht durch die Fenster lässt uns weiter die Menschen, den Verkehr, das Leben wahrnehmen, kann aber zugleich den Blick weiten und neue Verbindungen zwischen innen, außen und Jenseitigem knüpfen.

 

Jesus von Nazareth

Kaleb Higgins 
Kaleb Higgins

Das erste Graffiti neben dem Schriftzug St. Peter und Paul ist Jesus Christus gewidmet. Der Dargestellte könnte zuerst einmal jedermann sein. Dann entdeckt man einen Heiligenschein hinter dem Kopf des bärtigen Mannes, dessen linke Schulter ein rotes Gewand bedeckt. Der Heiligenschein ist nur halb zu sehen, er endet einfach so, im Nichts, vielleicht auch im Himmel? Der Mann ist nicht wirklich zu identifizieren. Man kann mit Bestimmtheit nur sagen, es ist ein Heiliger. Da er aber der erste und damit der Wichtigste in der Reihe der an unserer Kirche dargestellten Heiligen ist, muss es Jesus Christus sein!

Wer kann sich ein Bild Gottes machen? Niemand! Wir können ihn aber suchen. Und ein guter Ort, um sich auf die Suche nach Jesus Christus zu begeben, ist unsere Kirche St. Peter und Paul selbst, wo wir ihm im Gebet begegnen können.

 

Petrus

Ronja Heinzl 
Ronja Heinzl

Der Apostel Petrus ist wie ein Schattenriss in schwarz auf weiß nach einer Statue auf dem Petersplatz in Rom dargestellt. Petrus, der eigentlich Simon hieß, war Fischer am See Genezareth. Von Petrus wird überliefert, dass er ein ungestüm handelnder Mensch mit einem aufbrausenden Temperament war. Und er war der Apostel, der Christus im Hof des Hohenpriesters dreimal verleugnete. Aber er war auch der Mann, der bekannte: Du bist Christus, der Sohn Gottes. Und er wurde von Christus zum „Menschenfischer“ berufen: „Du bist Petrus der Fels und auf diesen Felsen will ich meine Kirche bauen und die Pforten der Hölle werden sie nicht überwinden“. Er gilt als erster Bischof von Rom und damit als erster Papst. Als Zeichen seines Amtes hält er einen Schlüssel, zumeist zwei Schlüssel, in den Händen. Er erschließt uns durch die Kirche den Weg zu Gott. Seine Liebe zu Jesus bezahlte er mit dem Tod: er wurde vermutlich um das Jahr 65 in Rom am Kreuz hingerichtet – mit dem Kopf nach unten. In unserer Kirche St. Peter und Paul steht die Wand aus rotem Sandstein (Fels) für Petrus.
Namenstag: 29. Juni

 

Philipp Neri

Julia Sprenger 
Julia Sprenger

Philipp Neri hatte ein langes Leben! Vielleicht, weil er der Patron der Humoristen ist? Er ist 1515 in Florenz geboren und 1595 in Rom gestorben. Zu Beginn seiner Tätigkeit in Rom widmete er sich vor allem der Fürsorge und Pflege kranker und erschöpfter Rompilger. Recht spät, 1551, wurde er zum Priester geweiht. Er war ein hervorragender Prediger und Beichtvater. Durch seine außergewöhnliche Liebenswürdigkeit zog er Menschen aller Schichten an. Sie kamen zu ihm in Scharen und suchten seinen Rat. Er selbst führte ein streng asketisches Leben, das von Gebet und Buße geprägt war. 1564 gründete er den Orden der Oratorianer. Besonders liebte er Kinder und Jugendliche, für die er eigene Predigten schrieb und Lieder komponierte; daher ist auf unserem Bild ein Megaphon samt Noten abgebildet. Der Satz „Dilatasti cor meum“ (Psalm 118, Vers 32) könnte wörtlich genommen werden: Du [Gott] hast mein Herz erweitert! Es wird berichtet, dass sich das Herz von Philipp Neri während eines tiefen Gebetes so erweiterte, dass zwei seiner Rippen brachen und sich entsprechend vorwölbten.

Namenstag: 26.Mai


Ich suche Dich
Ich möchte Dir dienen, und ich finde den Weg nicht.

Ich möchte das Gute tun, und ich finde den Weg nicht.

Ich möchte Dich lieben, und ich finde den Weg nicht.

Ich kenne Dich noch nicht, mein Jesus, weil ich Dich nicht suche.

Ich suche Dich, und ich finde Dich nicht; komm zu mir, mein Jesus.

Ich werde Dich niemals lieben, wenn du mir nicht hilfst, mein Jesus. Zerschneide meine Fesseln, wenn du mich haben willst, mein Jesus.

Jesus, sei mir Jesus.

(Philipp Neri)


 

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